Ehrungen vom 25-jährigen Meister- bis zum 200-jährigen Betriebsjubiläum

Festabend des Handwerks: Wo Unternehmer Gesicht zeigen

Stell-Dich-Ein der Zuverlässigkeit: Die Jubilare beim Festabend des heimischen Handwerks im Maritim. Fotos: Tina Fischer

Der herbstliche Festabend im Wildunger Maritim ist der jährliche Glanzpunkt im Terminkalender der Kreishandwerkerschaft und zeigt Jahr für Jahr, wie erfolgreich und beständig die Arbeit in den Mitgliedsbetrieben ist.

Fast 40 Meister- und Betriebsjubilare galt es 2019 im Rahmen des Festabends zu ehren. Kreishandwerksmeister Ulrich Mütze begrüßte im Festsaal des Maritim Badehotel Vertreter der zwölf Waldeck-Frankenberger Handwerks-Innungen, zahlreiche Ehrengäste und freute sich, dass auch Familienmitglieder und Freunde der Jubilare die „Große Handwerksfamilie“ begleiteten. Er lobte die erfolgreiche Arbeit in den Betrieben und zeigte sich stolz, dass anders als in der Industrie das Konjunkturbarometer im Handwerk weiter Sonnenschein anzeige.

Er wies aber auch auf aktuelle Probleme wie Dieselfahrverbot, Bürokratisierung und Datenschutz hin, auf Fachkräftemangel oder die mühsame Suche nach einem Betriebsnachfolger: alles Dauerthemen fürs Handwerk. „Herausforderungen müssen im Wortsinn gemeistert werden“, stellte Mütze aber klar und freute sich, dass die Politik zumindest in zwölf Berufen den Wegfall der Meisterpflicht rückgängig machen will. „Der Meisterbrief ist die Befähigung, ein Unternehmen fachlich und betriebswirtschaftlich zu führen“, unterstrich Mütze und verwies im Hinblick auf den Fall Wilke auf die Wichtigkeit der persönlichen Verantwortung. „Wo der Unternehmer ein Gesicht hat, selbst hinter der Theke oder der Werkbank steht, muss sich der Verbraucher am wenigsten Sorgen machen.“

Musikalisch eröffnete das „Chörchen“ des MGV Adorf mit Liedern wie „Die zwölf Räuber“ und einer schwungvollen Zugabe den Festabend.

Bad Wildungens Bürgermeister Ralf Gutheil und Hannelore Behle als Vertreterin des Kreises lobten in ihren Grußworten die gute Zusammenarbeit mit den Handwerksbetrieben und dankten für die erbrachte Arbeit.

Der Präsident der Handwerkskammer Kassel Heinrich Kringel stellte bei seiner Ansprache die Rückkehr zur Meisterpflicht in den Mittelpunkt und gab zahlreiche Beispiele für deren Wichtigkeit.

„Die Politik merkt beim Reparieren, wie Dinge funktionieren. Im Handwerk wäre da der Betrieb schon dicht“, merkte er im Hinblick auf 15- jährige „meisterfreie-Zeit“ in vielen Branchen kritisch an.

Mit der Vergabe zahlreicher Urkunden an die Meister- und Betriebsjubilare erreichte der Festabend seinen Höhepunkt. Dabei erhielt der Edertaler Friseurmeister Klaus Westmeier eine ganz besondere Ehrung. Er wurde für seine jahrzehntelange Ehrenamtliche Arbeit in der Handwerkerschaft mit der Ernennung zum Ehrenchronisten belohnt.

Der 82-Jährige ist seit 55 Jahren Friseurmeister und hat als Obermeister, Fachbeiratsleiter oder Vorstandsmitglied und Lehrlingswart das Handwerk in der Region mit viel Engagement und Idealismus unterstützt. Der Festabend endete nach einen kulinarischen Festbuffet und ganz viel geselliger Zeit im Rahmen der „Großen Handwerksfamilie“. -tin

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