Drei Gruppen präsentierten hochkarätige Weltmusik

Traumhaftes "Folk-Festival" im Bad Wildunger Kurpark

„Hotel Bossa Nova“: Musica Brasileira präsentierten Wolfgang Stamm (Schlagzeug), Alexander Sonntag (Bass) und die Sängerin Liza da Costa. Auf dem Foto fehlt Tilmann Höhn (Gitarre). Foto: Werner Senzel

Beim Festival „Folk im Park“ spielten drei Gruppen aus der großen europäischen Folk-Weltmusikszene am Samstag im Kurpark.

Die Zuschauer genossen einen traumhaft schönen Abend mit erstklassiger Musik bis Mitternacht. Aus der gesamten nordhessischen Region und darüber hinaus kamen Besucher zu dem Festival, das wieder in Zusammenarbeit mit dem Kultursommer Nordhessen veranstaltet wurde. Waren zur Eröffnungsveranstaltung am Tag zuvor in der Philipp-Nicolai-Kirche vorwiegend Einheimische gekommen, waren am Samstag nur wenige Bad Wildunger Gäste im Publikum,

Ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Musikprogramm, kühle Drinks, leckere Snacks und ein gut aufgelegtes Publikum waren ideale Bedingungen für einen stimmungsvollen lauen Sommerabend und für ein rundum gelungenes 24. Bad Wildunger „Festival für Folk und Weltmusik“.

Vor Beginn des Musikprogramms wandte sich Veranstaltungsleiter Gereon Schoplick an die zahlreichen Zaungäste, die sich die Veranstaltung gratis ansehen und anhören wollten, „Bedenken sie, dass dieses Festival eine Menge Geld kostet“. Die portugiesische Sängerin Lisa da Costa eroberte gleich mit ihrem ersten mit Song, „der gelbe Weg“, einem Lied aus ihrer Heimat, die Herzen der Zuhörer. So ging es auch weiter mit Liedern unterschiedlicher Stile der „Musica Brasileira“, energisch, temperamentvoll, laut, erfrischend und ungezügelt, aber auch leise und melancholisch. Es waren traditionelle Songs, aber auch Stücke, die wie für die sympathische Sängerin auf den Leib geschrieben waren. Sie nahm die Zuhörer mit aufs Meer hinaus zum Sardinen fischen, „die werden dann ungeputzt und nicht ausgenommen auf den Grill geschmissen und schmecken ganz vorzüglich“. Die Stimme von Liza da Cosata kam besonders zur Geltung durch die perfekt gelungene Unterstützung ihrer Band mit Tilmann Höhn (Gitarre), Wolfgang Stamm (Schlagzeug) und Alexander Sonntag (Kontrabass).

Die Band präsentierte ihre Virtuosität auch mit einer Cool-Jazz-Nummer, in die nach dem Beginn der Gitarre der Bass und das Schlagzeug „eingestiegen“ sind – es war eine Freude, den einfallsreichen Improvisationen zuzuhören.

Gesänge aus Galicien

Die Gruppe „ialma“ präsentierte zauberhafte Gesänge und Tänze aus Galicien. Die Sängerinnen Veronica und Natalia Codesal, Magali Menendez, Marisol Paloma ) wurden von Jonathan de Neck (diatonisches Akkordeon) und Quentin Dujardin (Gitarre) ebenso temperamentvoll wie einfühlsam begleitet. Die aus dem Norden Spaniens stammenden Sängerinnen, die heute in Brüssel leben, „dem Kulturzentrum Europas“, sangen von der Kultur und der Tradition in Galicien und wollen ihren Beitrag dazu leisten, diese wieder lebendig werden zu lassen. In ihrem Programm „Camino“ schlugen sie den vokalen Weg von Brüssel zu ihren Wurzeln nach Santiago de Compostela ein und sangen traditionelle Lieder und moderne Pop-Songs.

Mit großer Freude bezogen sie ihr Publikum mit ein, übten einfache Rumbaschritte „uno, dos, uno dos“ und sangen mit „ai la la, ai la la“. Viele hielt es da nicht mehr auf ihren Stühlen, standen auf und tanzten auf dem grünen Rasen.

Das Akustikgitarrenduo „Opal Ocean“ rockte den Kurpark unter dem tosenden Beifall des Publikums zum Abschluss des Festivals Folk im Park.

Super-laut und rhythmisch: Ein Gitarrenfeuerwerk zündeten Nadav Tabak (links) und Alex Champ.

 Veranstaltungsleiter Gereon Schoplick hatte die Besucher gewarnt: „Erschrecken sie nicht über das, was die zwei Gitarristen jetzt gleich machen“ – und schon waren Nadav Tabak und Alex Champ mit ihren Gitarren auf der Bühne und fetzten in unglaublicher Lautstärke, rhythmisch und im instrumentalen Einklang drauf los. Die Gitarristen – ein Neuseeländer und ein Franzose – trafen sich vor einigen Jahren in Montreal wo sie als Straßenmusikanten auftraten und dann schnell auf Folk- und Weltmusikbühnen landeten.

 In Bad Wildungen präsentierte das Duo eine Gitarrenshow mit Rhythmus und purer Energie. Dass sie mit lautstarkem Instrumentenklang – sie konnten es aber auch soft und leise – so gut beim Publikum ankamen, lag vielleicht auch am „guten Ton“. Beim vorausgegangenen Soundcheck hatten die Gitarristen den Wildunger Tontechnikern mit „the best sound in Germany“ ein großes Kompliment gemacht. 

Auch mit Nadav und Alex konnten die Besucher „mitsingen“ – allerdings nur das einzige Wort, das auf ihrem neuen Album zu hören ist: „Hej“. Alex sagte schmunzelnd: „Less is more.“Flamenco Akustik Rock zog das Publikum in seinen Bann, und das 24. Folk Festival endete mit einem brillantem Gitarrenfeuerwerk. 

Nach dem Festival ist vor dem Festival, Gereon Schoplick hat schon das nächste internationale Bad Wildunger Folk- und Weltmusikfestival im Blick. Für das 25-jährige Jubiläum in 2020 ist ein besonders attraktives Programm geplant."

Von Werner Senzel

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