Im Schulterschluss mit Gudensberg und Fritzlar

Freiwilliger Polizeidienst bald wieder auf Streife in Bad Wildungen

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Eine Streife der Freiwilligen Polizei auf dem Wildunger Viehmarkt von 2011: Bald sollen die ehrenamtlichen Ordnungshüter nach über sechsjähriger Pause ihren Dienst in der Badestadt wieder aufnehmen.

Bad Wildungen. Gemeinsam mit den Städten Fritzlar und Gudensberg führt die Stadt Bad Wildungen den Freiwilligen Polizeidienst wieder ein.

Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte den Abschluss eines Koordinationsvertrags mit dem Land Hessen. Das Land fördert diese interkommunale Zusammenarbeit im Bereich des freiwilligen Polizeidienstes mit 25.000 Euro pro Kommune. Die 12.000 Euro für den Streifendienst, die im Wildunger Haushalt 2018 mit Sperrvermerk versehen waren, wurden am Montagabend freigegeben.

Die Federführung bei den Streifengängen hat die Polizei, informierte Bürgermeister Volker Zimmermann. Angestrebt werden Kontrollen auch abends und nachts. „Schwerpunkte, Einsatzorte und Einsatzzeiten werden mit der Polizeistation abgestimmt.“ Der Zusammenschluss mit Fritzlar und Gudensberg biete die Chance, bei Großveranstaltungen oder anderen besonderen Lagen auf einen größeren Pool an Mitarbeitern zurückzugreifen. Nach einem Jahr soll eine Bilanz gezogen werden, merkte Zimmermann an.

„Fragwürdige Krücke ohne wirkliche Autorität“

Skeptisch blickte Dr. Hans Schultheis (FWG) auf Erfahrungen in früheren Jahren mit der freiwilligen Streife zurück. Seine Kritik: „Fehlende Effektivität, nicht nachvollziehbare Sinnhaftigkeit, des örtlich und zeitlich falschen Auftretens, zeitlich ungenügende Präsenz, fehlenden Autorität und nicht zuletzt die Haushaltsbelastung.“ Der damalige Vertrag sei auf Druck der politischen Gremien zum Jahresende 2011 gekündigt worden, entgegen den Empfehlungen der Verwaltung.

„Der freiwillige Polizeidienst ist eine fragwürdige Krücke ohne wirkliche Autorität“, sagte Schultheis. „Hier bewegen wir uns auf Glatteis und schaffen eine Pseudosicherheit.“ Die Stadt entlaste das Land und auch den Bund von ihren ureigensten Aufgaben. Die Freien Wähler lehnen den Freiwilligen Dienst ab und empfehlen den drei Städten, gemeinsam auf mehr ausgebildetes Personal im Polizeidienst in Wiesbaden zu drängen.

"Sicherheitsgefühl verbessert"

Diese Forderung unterstützte auch Ralf Lock (SPD), am freiwilligen Streifendienst indes halte seine Fraktion fest. „Er wird dazu führen, dass das Sicherheitsgefühl verbessert wird.“ Georg Wackerbarth (CDU) sagte: „Fakt ist: Wir kriegen von heute auf morgen keine größere Mannschaft bei der Polizei, und Fakt ist auch: die Kriminalität steigt.“ 

Letzteres widerlegt indes die Kriminalstatistik der Polizeidirektion Korbach. Gegen die Stimmen von zwei der drei anwesenden FWG-Stadtverordneten stimmte das Parlament dem Vertragsabschluss zum freiwilligen Polizeidienst zu.

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