Gemeinde Edertal plant Umgestaltung für 10 000 Euro · Segelsportverein baut Steg

Frischer Wind in Bringhäuser Bucht

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- Edertal-Bringhausen (gei). Touristen sollen bald noch mehr Gründe vorfinden, die Bringhäuser Bucht zu besuchen. Die Gemeinde Edertal hat 10 000 Euro Planungskosten für eine Umgestaltung der Bucht in ihren Haushaltsentwurf 2012 eingestellt und der Segelsportverein Edersee will an der Endstation einen neuen Steg bauen.

„Seit vielen Jahren wünschen sich die Bringhäuser einen Strand für Badegäste“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Gottschalk dazu. Mit den 10 000 Euro aus dem Haushalt sollen Ideen ausgearbeitet werden, wie die Bucht speziell für Badegäste attraktiver werden kann.Das Thema hat eine Jahrzehnte alte Geschichte. Kaum jemand erinnert sich heute noch an die eigenwillige Aktion des Landratsamtes zur Fremdenverkehrsförderung aus den 1970er Jahren. Übrig geblieben davon ist der rasenbewachsene Uferbuckel nahe dem Toilettenhäuschen in der Bringhäuser Bucht. „Buhne“ heißt er im Fachjargon. Gäste lassen sich dort auf ihren Stühlen nieder, blicken auf den See hinaus, picknicken oder grillen.

Als Badewiese ist der beliebte Ort in der Hauptsaison nur begrenzt geeignet, weil sich zu dem Zeitpunkt das Wasser in den meisten Jahren schon um etliche Meter vom Ufer zurückgezogen hat. Dieser Kritik sah sich das Landratsamt schon in den 1970er Jahren ausgesetzt und man warf ihm vor, mit dem Errichten der Buhne nur Bauschutt billig entsorgt zu haben. Unter dem Rasen befindet sich nämlich Geröll, das damals am Weißen Stein beim Ausbau der Randstraße anfiel. Die Behörden ließen es einfach in die Bringhäuser Bucht kippen – als Badebuhnen, von denen ursprünglich zwei existierten. Nach stürmischen Protesten der Naturschützer in jener Zeit wurde die eine Buhne komplett bepflanzt und damit den Vögeln überlassen, während die andere in der heute sichtbaren Art und Weise angelegt wurde. An die Diskussionen darum erinnert sich der ehemalige Edertaler Bürgermeister Willi-Ernst Schreiber noch sehr gut, weil sie bis in die ersten Jahre seiner Amtszeit hinein andauerten. Die aktuell geplante Umgestaltung der Bucht soll eine dauerhafte, attraktivere Lösung bringen.

Viel weiter gediehen ist die private Initiative des Segelsportvereins Edersee. In diesem Frühjahr will er sich mit dem Bau eines Steges an der Endstation einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Seit 2010 richtet der Segelclub jährlich eine Ranglistenregatta in einer Bootsklasse aus, die es speziell auch Schwerbehinderten erlaubt, diesen faszinierenden Sport zu betreiben. Der Steg bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Boote leicht zu erreichen. Vier bis sechs Anlegeplätze sind vorgesehen, erklärt Vereinsvorsitzender Peter Rischard. Toilettenanlage, Telefonzelle und Clubgaststätte finden sich in unmittelbarer Nähe.

DLRG und Rettungsdienste können vom Steg aus besser eingreifen als bisher. 45 000 Euro soll der Steg kosten. Landkreis und Landessportbund haben Unterstützung signalisiert. Das Innenministerium prüft den Antrag noch. Die Gemeinde Edertal sehe sich wegen der Haushaltslage nicht dazu imstande, einen Zuschuss zu geben, bedauert Rischard.

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