Edertal

Fritzlar billigt großen Elektronikmarkt

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- Fritzlar (su). 1400 Quadratmeter; das entspricht etwa der doppelten, üblichen Grundstücksgröße für Einfamilienhäuser in der Region. Diese Verkaufsfläche soll ein neuer Elektronikmarkt in Fritzlar erreichen, für den die Stadtverordnetenversammlung der Domstadt grünes Licht gegeben hat.

Das private Grundstück, auf dem die Investoren bauen wollen, liegt dem Autohaus Range gegenüber, auf der anderen Seite der Wolfhager Straße. Für die 1400 Quadratmeter müssen Flächennutzungs- und Bebauungsplan geändert werden. „Heute wäre es lediglich möglich, zwei Märkte von je maximal 800 Quadratmetern zu bauen – ökonomisch nicht sinnvoll“, erklärt Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange. Das Regierungspräsidium muss die Entscheidung der Stadtparlamentarier absegnen. Wenn das RP keine höheren Planungshürden aufstellt als die nötigen Änderungen von Flächennutzungs- und Bebauungsplan, „könnten die Bauarbeiten im Sommer kommenden Jahres beginnen“, schätzt der Fritzlarer Rathauschef.Vorbereitend habe die Stadt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Auswirkungen des Projektes auf den umliegenden Einzelhandel untersucht. Die Expertise bezieht sich auch auf die Nachbarkommunen Edertal und Bad Wildungen.

Dessen Bürgermeister Volker Zimmermann befürchtet keine negativen Konsequenzen. Im Gegenteil. „Der neue Markt kann helfen, die Menschen aus der Region daran zu hindern, vermehrt zum vergrößerten Ratio nach Baunatal oder zum DEZ zu fahren“, hofft er und liegt damit auf einer Linie mit seinem Fritzlarer Amtskollegen. Nachdem der Ausbau des Ratio-Komplexes läuft, will sich auch das DEZ auf dem vorhandenen Gelände durch Aufstockung vergrößern.Teilen die betreffenden Fachhändler in Bad Wildungen und Edertal diesen Optimismus?

Joaquim Lisboa aus der Wildunger Brunnenallee sieht beide Seiten der Medaille. Er befindet sich in einer speziellen Situation, da der in Fritzlar geplante Medi-Max zur selben Gruppe gehört wie sein eigenes Geschäft, zu ElectronicPartner. „Dort entsteht eine Konkurrenz, speziell wenn es um Mitnahmeartikel geht. Andererseits liegt darin die Chance, Kunden am Abwandern Richtung Kassel zu hindern“, meint Lisboa. Kleinere Geschäfte müssten sich dem Wettbewerb durch besseren Service für ihre Kunden stellen.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 27. September

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