Neues Modell im Museum Grauer Turm vorgestellt

Fritzlar schützte sich einst mit sieben Signaltürmen

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Fritzlar - Die zahlreichen Kriege und Fehden zwischen Mainz und Hessen haben deutliche Spuren auf dem Antlitz der mittelalterlichen Dom- und Kaiserstadt hinterlassen.

Zwei Jahre nach der Einweihung der Gerstenberg-Etage im Grauen Turm kann jetzt im nächsthöheren Stockwerk an einem beeindruckenden Holzmodell bewundert werden, wie die Fritzlarer auf die Zerstörungswut von 1232 reagiert haben, denn mit dem Bau des Grauen Turms setzten diese ihrer Stadtbefestigung die Krone auf. Eine besondere Bedeutung erlangte Deutschlands größter Wehrturm, als er zur Signalstation für die sieben an den Stadtgrenzen stehenden Warten wurde. Diese auf Anhöhen postierten Türme sandten beim Herannahen von Feinden Signale an den Grauen Turm aus. Die Stadt hatte damit eine gewisse Vorlaufzeit, um sich verteidigungsbereit zu machen. Bei der Verwirklichung dieses Gemeinschaftsprojektes traf Pro Fritzlar-Vorsitzender Dr. Ulrich Skubella als Ideengeber auf das geballte Geschichtswissen aus Museums- und Geschichtsverein, um sich mit der künstlerischen Schaffenskraft von Johann Steffen zu vereinigen. Insgesamt 350 Arbeitsstunden hat der aus Kasachstan stammende Künstler gebraucht, um die Stadt im Miniaturformat zu erschaffen. Für den besonderen Clou sorgte Elektromeister Thomas Faupel, denn auf Knopfdruck blinken in allen Warten und im Grauen Turm rote Lämpchen auf, um den Besuchern die Bedeutung dieses Frühwarnsystems zu verdeutlichen. „Der Graue Turm ist ja nun vollendet. Ohne die Vereine und ohne das Engagement der Bürger ist keine Stadt zu machen“, stellte Bürgermeister Hartmut Spogat fest, der natürlich als oberster Turmherr zuerst das Schaltpult bedienen durfte. Die nötigen Finanzspritzen kamen vom Verein „Gut für die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis“, dem Kulturverein Fritzlar sowie dem Lionsclub Bad Wildungen. (hil)

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