Edersee-Atlantis ist Anziehungspunkt

Gäste aus ganz Deutschland am Edersee: So sind die Reaktionen auf den niedrigen Wasserpegel

Cluas Günther, Edersee Touristic
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Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee Touristic,

Bad Wildungen - „Die Reaktionen der Gäste sind so unterschiedlich wie ihre Interessen“, schildert Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee-Touristic. Weil die Windsurfschule schon schließen musste, sagten Surfschüler ab.

Im Gegenzug erkundigten sich Gäste, ob die Wildblumenblüte am Beginn des trocken gefallenen Edersees schon eingesetzt habe und ob man die Aseler Brücke begehen könne. „Wir müssen weiter daran arbeiten, möglichst viel Wasser im See zu behalten, aber die Zahl der trockenen Jahre wird zunehmen“, ist er überzeugt.

Tourismus am Edersee: Aus jeder Situation das Beste herausholen

Von der Warte des Gesamttourismus aus gehe es darum, aus jeder Situation das Beste herauszuholen. „Wir müssen dem Gast ehrlich sagen und dann positiv verkaufen, was die Region unter den jeweiligen Bedingungen zu bieten hat“, betont der ET-Geschäftsführer.

Zugleich müsse man sich anpassen, wirbt er für die Idee einer vom Wasserstand unabhängigen Naturbadestelle, vorzugsweise am Rehbach. Das sei wichtig für Familien, denen darüber hinaus der See mit seinen vielen Magneten große Abwechslung biete. „Den“ Gast gebe es ohnehin nicht mehr. „Die meisten suchen im Urlaub Abwechslung. Niemand legt sich drei Wochen mehr an einen Strand“, unterstreicht Günther. Familien wanderten einen Tag, am nächsten führen sie vielleicht Rad und streuten zusätzlichen ein paar Stunden zum Baden ein.

Tourismus am Edersee: Anziehungspunkt Edersee-Atlantis

Unverzichtbar für eine auf Vielfalt gründende, erfolgreiche Strategie sei aber etwa auch, die Anziehungspunkte des Edersee Atlantis zu erhalten – speziell Bericher Hütte und Sperrmauermodell. „Das muss erlebbar bleiben, wie es die Bringhäuser und der Verein Dorfstelle Bericht vormachen“, unterstreicht er.

Karola Seidlitz vom Campingplatz Edersee lehnt Ansätze wie den von einer Naturbadestelle zwar nicht ab, unterstreicht aber: „Wir leben vom See.“ Stornierungen verzeichnet sie im begrenzten Rahmen. Das liege auch daran, dass Blaualgen das Baden noch nicht behinderten.

Michaela Siebert vom Waldhotel Wiesemann berichtet von Gästen aus ganz Deutschland, die wegen der Corona-Krise den Weg in die Region gefunden hätten, was auch Claus Günther betont. „Wir brauchen einen vollen See“, fügt die Waldeckerin aber hinzu. Die Buchungen gingen aktuell zurück.

Das liege wohl eher am Ende der Ferien, vermutet Claudia Unger vom Tourismusbüro Waldeck. Sie hat den Eindruck, dass sich Gäste in der Pandemiekrise weniger an einem leereren See stoßen: „Sie sind froh und dankbar, die Natur zu genießen. Die Bedeutung des Nationalparks wächst.“

Michaela Siebert wünscht sich dazu einen Ausbau der Infrastruktur: „Zum Beispiel Sand für Kinder zum Spielen am Strand in der Waldecker Bucht.“ (su)

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