Spektakel Neujahrsschwimmen am Edersee bricht wieder den eigenen Rekord

Die Garantie für Gänsehäutgefühle

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Edertal-Hemfurth-Edersee - Knapp über 6 Grad Celsius im See, dafür 46 Grad Celsius in der holzbefeuerten Wanne: Eis auf heiß, heiß auf Eis und wieder von vorn. Knapp 150 hartgesottene Neujahrsschwimmerinnen und -schwimmer bescherten im Sperrmauer-Jubiläumsjahr sich und den Veranstaltern Gänsehautgefühl und Teilnahmerekord.

Viele Neulinge wagten den Spagat zwischen Garküche im Zuber und Eisbad in den Fluten. Wenn auch manch anderer den Rückzieher vorzog. „Mein Vater hat mir beim Wein zweimal versprochen, mich bei meiner Premiere ins Wasser zu begleiten“, erzählte Evelyn Schlächter-Verch aus Edertal, „aber heute Morgen hat er die Segel gestrichen.“ Dafür traute sich Karin Wendtlandt aus Korbach: „Bisher kannte ich das Neujahrsschwimmen nur aus der Zeitung, aber für dieses Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, dabei zu sein.“ Und wenn, dann richtig. Lachende Gesichter nicht nur bei den Teilnehmern, von denen etliche kostümiert ins kühle Nass hüpften. Auch die knapp 40 Helfer vom Organisationsteam strahlten um die Wette. „Der Altersdurchschnitt bei den Teilnehmern sinkt und viele Zugereiste sind dabei“, hat Andy Happich festgestellt. Sogar ein Gast aus den USA fand sich unter den Unerschrockenen. Etwas kürzer gestaltete sich die Anfahrt für Peter Veroersen aus Belgien und Arjan Soebenberg, der gebürtig aus Holland stammt und in Kleve lebt. „In Holland gehen die Leute an Neujahr ins Meer, aber das war mir immer zu weit und meistens muss ich Silvester arbeiten“, verrät Soebenberg. 2013/14 verbringt er den Jahreswechsel am Edersee und nutzte mit Veroersen spontan die Gelegenheit zur Eröffnung der Badesaison. „Kondition muss man schon mitbringen“, rät Axel Rothauge allen, die erstmals beim Neujahrsschwimmen mitmachen. Für den Fall der Fälle standen aber DRK-Rettungswagen, Arzt, die Hemfurther Feuerwehr und die DLRG inklusive Tauchern bereit. Dicht gedrängt standen die Zuschauer am Hang unterhalb des Terrassenhotels und verfolgten das Spektakel der Mutigen. „Aus einer Schnapsidee entstanden, wächst die Veranstaltung von Jahr zu Jahr“, stellte Edertals Bürgermeister Klaus Gier fest, der gemeinsam mit Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee-Touristic, die Veranstaltung und damit das Jubiläumsjahr des Edersees eröffnete. Die Waldecker Böllerschützen nahmen Aufstellung und begrüßten 2014 mit einer ganzen Reihe von Salutschüssen, die das Silvesterfeuerwerk aus der Nacht akustisch locker in den Schatten stellten. Feuerkünstler Rainer Krippner moderierte das Geschehen und gab wie jedes Jahr am Ufer und im Wasser eine Kostprobe seines Könnens.Fernseh- und Radiosender verfolgten das achte Spektakel dieser Art. Ein Ende der Entwicklung ist kaum abzusehen. (su)

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