Kurzsitzung der Edertaler Parlamentarier vor der Sommerpause

Gegen Reklamewildwuchs

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Unübersehbar, aber weitere solcher Wände wird es in Edertal nicht geben.Foto: Schuldt

Edertal - Das Edertaler Parlament hat am Donnerstag im Giflitzer DGH einstimmig eine Satzung „über Art und Gestaltung von Werbeanlagen“ gebilligt.

Mit ihr in der Hand kann die Verwaltung zum Beispiel Plakate-Wildwuchs an Hauswänden verhindern. Nachbarkommunen kämpfen mit dem Problem und an der Wellener Straße in Bergheim wurde ebenfalls eine solche Fläche eingerichtet. Ohne Satzung lässt sich das nicht verhindern.

Die für Edertal nun festgelegten Regeln verbieten Reklame-Ungetüme an überörtlichen Durchgangsstraßen. Ausnahmen sind Eigenwerbungen von heimischen Unternehmen, die sich allerdings auf drei Quadratmeter Grundfläche beschränken müssen.

Hintergrund der Entscheidung: Verwaltung und Gemeindevertretung wollen mit Blick auf den Tourismus das Erscheinungsbild der Dörfer nicht beeinträchtigt sehen.

Freigabe für Neubau der Hemfurther Feuerwehr

Einstimmig sprachen sich die Fraktionen auch für den Standort des neuen Feuerwehrhauses Hemfurth-Edersee aus: das gemeindeeigene Grundstück unterhalb des Sperrmauer-Parkplatzes in der gleichnamigen Straße. Sie folgten damit dem Rat der Feuerwehr und des Ortsbeirates. Beide hatten sich gegen die Alternative ausgesprochen, den Wohnmobil-Stellplatz in der Kraftwerkstraße. Wenn die Dorfstraße in der Saison verstopft ist, könnten alarmierte Feuerwehrleute in ihren Privat-Pkw diese Stelle schlecht erreichen. Das nötige Halteverbot würde die dort ansässige Gastronomie beeinträchtigen.

Nach dem Beschluss der Gemeindevertretung macht sich die Verwaltung unverzüglich an die Planung des Neubaus, kündigte Bürgermeister Klaus Gier an. Er will versuchen, neben den Landeszuschüssen finanzielle Unterstützung vom Kreis für das Projekt zu bekommen: „Die Feuerwehr braucht Platz für ihr Boot, das für die Wasserrettung am Edersee benötigt wird, weil die DLRG nicht das ganze Jahr über Dienst an der Talsperre versieht.“

Schäffer-Wokun Vertreterin von Schiedsmann Pfeil

Die Parlamentarier wählten außerdem Bernhard Pfeil erneut zum Schiedsmann und Elisabeth Schäffer-Wokun zu dessen neuer Stellvertreterin.

Mehlener Ederbrücke wird nicht erneuert

Der Bürgermeister informierte darüber, dass HessenMobil auf absehbare Zeit auf eine „grundhafte Erneuerung“ der Ederbrücke Mehlen verzichtet. Damit stirbt die Hoffnung der Gemeindevertreter, im Zuge des Projekts werde der Ederauenradweg verlegt, so dass Radler, wie in Wellen, die Bundesstraße an der Brücke nicht mehr überqueren müssen, sondern unter ihr hindurch fahren. Der Grund für die Entscheidung: Nach gründlicher Prüfung der Brücke zeigte sich, dass sie gut genug in Schuss ist, den Verkehr weiterhin zu bewältigen. Angesichts der nötigen Investitionen von mehr als 3 Millionen Euro rückte HessenMobil daher von dem Vorhaben ab.

Kritik wegen Umladestation und Schredderplatz

Auf Unverständnis bei den Abgeordneten stießen unisono die Änderungen am Schredderplatz in Anraff und an der Müll-Umladestation in Giflitz. Karl-Heinrich Neuschäfer (SPD) und Harald Wieck (CDU) waren sich in dem Ergebnis, das sie erwarten einig: Mehr Grünschnitt und Müll werde wieder in der Edertaler Gemarkung illegal abgelagert. Der Schredderplatz sei im Sommer nicht ausgelastet, hielt der Bürgermeister dagegen. Beim Kreis will er sich aber dafür einsetzen, dass die Umladestation wieder arbeitet wie früher.

Von Matthias Schuldt

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