Förderverein finanziert dritten Gänsegeier für Wildflugprojekt im Wildtierpark Edersee

Geierdame aus Tripsdrill

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Fördi, der Spanier und Documento sind die Stars beim Wildflugprojekt im Wildtierpark Edersee. Foto: Conny Höhne

Edertal-Hemfurth/Edersee - Zuwachs am Geierfelsen im Wildtierpark Edersee: Die junge Gänsegeierdame Fördi gesellt sich zu den beiden frei lebenden Artgenossen, die seit Sommer 2014 im Rahmen eines einzigartigen Wildflugprojekts frei im Wildtierpark leben.

Der Förderverein Wildtierpark hat den Kauf des 6000 Euro teuren Jungtiers finanziert. Es wurde im Erlebnispark Tripsdrill geboren und verbrachte bereits den Winter in der Greifvogelstation im Wildtierpark Edersee, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Vor einer Woche wurde der Geier mit der markanten braunen Halskrause in die Freiheit entlassen.

„Niemand kann garantieren, dass er bleibt“

Fördi - genannt nach seinem Sponsor - fand gleich Anschluss auf dem vier Meter hohen Geierfelsen neben der Flugwiese im Steinwildgehege. Das stattliche Tier mit acht Kilo Lebendgewicht und einer Flügelspannweite von 2,50 Metern kreist täglich über dem Wildtierpark und kommt gern zur Futterstelle. „Die Nacht verbringt er oft auf Volieren“, berichtet Falkner Ludger Kluthausen.

Im Rahmen des Wildflugprojekts wurden im vergangenen Jahr zwei Geier in die Freiheit entlassen. „Das stieß auf großes internationales Interesse“, berichtet Kluthausen. Der 30 Jahre alte Gänsegeier Documento wirkte bereits bei der Dokumenta in Kassel mit und zeigt wenig Scheu vor Parkbesuchern. Zusammen mit ihm bezog „Der Spanier“ den Geierfelsen mit Blick auf Schloss Waldeck. Seinen Namen verdankt der Gefiederte seinem Herkunftsland. Ein Flug über Deutschland wurde ihm beinahe zum Verhängnis. In Gießen wurde er angeschossen und schwer verletzt in die Uni-Klinik eingeliefert. Im Wildtierpark entwickelte er sich prächtig und fliegt trotz Behinderung am Flügel mühelos. „Eine erfolgreiche Reha“, kommentiert Bürgermeister Klaus Gier als Vorsitzender des Fördervereins Wildtierpark.

Die Vereinsmitglieder waren vom Kauf eines dritten Geiers für den Felsen sofort überzeugt, freut sich Gier. Obwohl die Haltung in Freiheit auch Risiken birgt. „Niemand kann garantieren, dass er bei uns bleibt“, gibt Falkner Kluthausen zu bedenken. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen - der eine alt, der andere behindert - könnte sich der Jungvogel anschicken, die Welt zu entdecken. Geschlechtsreif wird die junge Dame, die noch scheu in die Runde blickt, erst im Alter von sechs oder sieben Jahren. Weiterer Zuwachs ist erwünscht. Kluthausen hofft auf wild lebende Vögel, die sich auf dem Futterplatz niederlassen. „Geier haben ein gutes Auge. Wenn sie in 3000 Meter Höhe fliegen, sehen sie ihre Artgenossen.“

Wildtierparkbesucher können die Fütterung der Gänsegeier beobachten, die sich an die täglichen Flugvorführungen der Greifvogelstation um 11 und um 15 Uhr anschließen.

Von Conny Höhne

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