Bunte Themen rund um den Nationalpark bei der Vorstellung des neuen Wegeplan-Entwurfs

Weg Gellershausen - Bringhausen bleibt

Edertal-Kleinern - Der Verbindungsweg durch den Wald zwischen Gellershausen und Bringhausen bleibt im neuen Wegeplan des Nationalparks Kellerwald-Edersee unangetastet. Das bekräftigte Nationalparkchef Manfred Bauer in der Bürgerversammlung am Montagabend in Kleinern.

Wie Naturschutz und Tourismus im neuen Wegeplan zusammengeführt werden (siehe WLZ-Dienstagausgabe), das erläuterte Nationalpark-Mitarbeiter Achim Frede rund 40 Zuhörern im DGH. Kurz gesagt: Reduzierung des Wegenetzes auf 160 Kilometer, weniger ausgebaute Forstwege, mehr attraktive Pfade und Steige beinhaltet der Entwurf.

Das alte Durchfahrtsrecht von Gellershausen nach Bringhausen brannte etlichen Wesetalern unter den Nägeln. Die Wege, für die das Nationalparkamt die Baulast trägt, werden derzeit juristisch überprüft, um rechtliche Klarheit zu erlangen. Hier handele es sich laut Bauer nicht allein um Verbindungen von Ort zu Ort, sondern auch zu Flächen im Wald, die früher einmal landwirtschaftlich genutzt wurden. „Diese Wege haben aber längst ihre Bedeutung verloren“, betonte Bauer. Einige würden überhaupt nicht mehr befahren. Hier stelle sich die Frage, ob sie instand gehalten werden müssen.

Nach wie vor genutzt wird jedoch der Weg von Gellershausen nach Bringhausen. „Das sind nur sechs, auf dem Straßenweg aber 23 Kilometer“, verglich ein Gellershäuser und meinte, „das ist beachtlich, wenn man so auf die Umwelt achtet“. Wie viele täglich mit Fahrzeugen unterwegs sind - zehn am Tag oder in einer ganzen Woche - das wurde bislang nur geschätzt.

„Der Weg bleibt zunächst offen, er ist jetzt von der Planung nicht berührt“, bekräftigte Bauer. Da er Teil eines Radrundwegs sei, „gehe ich davon aus, dass es auch so bleibt“.

Kleinerner Wanderer forderten im neuen Wegeplan eine Alternativroute zum Heimbachweg auf den Peterskopf über den vorhandenen Schlepperweg am Gehege.

Bunte Themen rund um den Park beherrschten die Diskus- sion. Eine Edertalerin forderte ein Bus-Shuttle zu Wanderwegen. Bewirtschaftung auf dem Peterskopf und der Erhalt von Charlotten- und Bathildishütte lagen anderen am Herzen. Einen Hinweis auf umgestürzte Bäume auf einem barrierefreien Weg nahmen die Nationalpark-Mitarbeiter auf. Sogar der Brandschutz kam zur Sprache. „Soll die Feuerwehr ausrücken, wenn es brennt, oder darf sie gar nicht im Nationalpark löschen?“, fragte ein Feuerwehrvorsitzender. „Damit muss man sensibel umgehen“, betonte der Nationalparkchef. Zusammen mit lokalen Feuerwehrleuten sei zu überlegen, ob ein Eingreifen notwendig sei. Wenn keine Häuser gefährdet und keine Schwierigkeiten zu befürchten seien, könnte unter Umständen darauf verzichtet werden. „Der Buchenwald ist bei Feuer nicht so gefährdet.“

Was viele offenbar nicht wissen: Radfahren ist nur auf ausgewiesenen Routen erlaubt. „Das ist momentan unmöglich zu erkennen“, warf ein Pedalist ein. Während gewerbliche Kutschfahrten einer Genehmigung bedürften seien private Pferdegespanne gar nicht vorgesehen. Dies werde aber stillschweigend hingenommen. „Wenn das allerdings in größerem Umfang stattfinden würde, müssten wir es einschränken“, fügte Bauer hinzu.

Der Gellershäuser Ortsvorsteher Helmut Hauer sprach von verschärften Regeln, seit es den Nationalpark gibt: „Leider mussten wir feststellen, dass nach und nach die Daumenschrauben immer mehr angezogen wurden.“ Er forderte auf, „die Gemeinden mehr ins Boot zu nehmen“ und auch für den Fremdenverkehr etwas zu tun. Das sicherte Bauer zu: Ab 2015 soll das Nationalpark- fest von Dorf zu Dorf wandern.

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