Neuer Wegeplan des Nationalparks Kellerwald-Edersee in Arbeit

Geplant: Walderlebnispfad für Blinde

Edersee - Der neue Wegeplan des Nationalparks Kellerwald-Edersee ist in Arbeit. Das Konzept wird in verschiedenen Gremien erläutert und im Herbst in den Anliegerdörfern vorgestellt. Der Plan soll im Januar in Kraft treten.

„Der Wegeplan ist Teil des Nationalparkplans und gilt zehn Jahre“, erläutert Achim Frede vom Nationalparkamt. Es ist erst der zweite Wegeplan in der neunjährigen Geschichte des Großschutzgebiets. „Der erste war nur fünf Jahre gültig, weil es damals hopplahopp gehen musste.“ Das neue Regelwerk gilt zehn Jahre.

Im Wegeplan werden die Interessen aller Park-Nutzer zusammengeführt. Auf 200 Kilometern freigegebenen Wegen im 60 Quadratkilometer großen Rotbuchen-Schutzgebiet sollen Wanderer, Radfahrer und Reiter zu ihrem Recht kommen. Ziel: Konzentrierung der Besucherströme in den Randbereichen. Die sensiblen Stellen des Parks bleiben unberührt.

Die Wegeplanung sieht weniger die breiten Forststraßen sondern vor allem Pfade und Steige vor. Erarbeitet werden Themen- und Rundwege. „Für alle Anliegerorte soll eine besondere Attraktion geschaffen werden,“ kündigt Frede an. So wie der Heideerlebnispfad in Altenlotheim, der Brückengrundsteig in Kirchlotheim, die Wasser- und Quellenroute am Heimbach oder die Hagensteinroute. Dazu werden Infoflyer aufgelegt mit Beschreibung der Route und den Besonderheiten auf der Strecke. Die ersten drei Flyer sind bereits erschienen. „Die anderen werden peu à peu aufgelegt“, ergänzt Jutta Seuring, im Nationalparkamt für Bildung und Kommunikation zuständig. Sie sollen dann an den 13 Wanderparkplätzen und den beiden geplanten Parkplätzen in Mehlen und Asel-Süd kostenlos in einem Kasten bereitliegen.

Einige Wege im Nationalpark werden barrierefrei hergerichtet. Dazu gehören der Weg zur Quernst-Kapelle bei Frankenau und die Besucherplattform am Hagenstein. Nicht für körperlich Beeinträchtigte sondern für Sehbehinderte ist am Elsebach bei Schmittlotheim ein besonderes Schmankerl vorgesehen. Der frühere Waldökologische Lehrpfad ist nach Windwürfen nicht mehr nutzbar. Der Weg außerhalb des Schutzgebiets soll umfunktioniert werden zu einem Walderlebnispfad für Blinde und Sehbehinderte. „Das ist noch im Planungsstadium“, verweist Seuring auf die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Vöhl.

Für den Wegeplan, der vom Ministerium genehmigt werden muss, strebt Frede eine „transparente Planung“ an, in die Nationalparkbeirat, Naturschutzverbände, Gemeinden und Touristiker eingebunden werden. Außerdem soll das Planwerk in Bürgerrunden erörtert werden. Darin werden Anregungen etwa zu Lückenschluss oder Abkürzungen aufgenommen. Aber nicht alle Wünsche können berücksichtigt werden, warnt Nationalparkleiter Manfred Bauer vor zu hohen Erwartungen. Denn im Mittelpunkt stehe der Schutzgedanke im „Reich der urigen Buchen“. (höh)

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