Geldstrafen und Arbeitsauflagen

Prozess am Amtsgericht Fritzlar: Gestohlenes Auto im See versenkt

Auto im See versenkt: Zwei Männer und eine Frau im Alter von 20 und 21 Jahren mussten sich dafür vor dem Amtsgericht in Fritzlar verantworten.
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Auto im See versenkt: Zwei Männer und eine Frau im Alter von 20 und 21 Jahren mussten sich dafür vor dem Amtsgericht in Fritzlar verantworten.

Drei junge Angeklagte aus dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Kreis Waldeck-Frankenberg mussten sich am Amtsgericht in Fritzlar wegen Sachbeschädigung und Gewässerverunreinigung verantworten.

  • Drei junge Leute wollten eine Straftat vertuschen und haben ein Auto in einem See zwischen Lendorf und Hebel versenkt.
  • Ein 21 Jahre alter Mann und eine gleichaltrige Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis und ein 20-Jähriger aus Bad Wildungen mussten sich wegen Sachbeschädigung und Gewässerverunreinigung vor dem Amtsgericht Fritzlar verantworten.
  • Gericht verhängte Geldstrafen und erließ Arbeitsauflagen; die Angeklagten gestanden die Tat.

Bad Wildungen/Schwalm-Eder – Was von der Jugendgerichtshilfe in einem Fall als „absoluter Blödsinn“, vom Staatsanwalt insgesamt als „geplante, vorbereitete Straftat“ bezeichnet wurde, kommt drei Angeklagten jetzt teuer zu stehen. Das Amtsgericht Fritzlar verhängte Geldstrafen und Arbeitsauflagen. Ein 21-Jähriger Mann und eine gleichaltrige Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis sowie ein 20-Jähriger aus Waldeck-Frankenberg mussten sich wegen Sachbeschädigung und Gewässerverunreinigung verantworten.

Großeinsatz von Feuerwehr und DLRG

Ihnen wurde vorgeworfen, im Mai 2020 ein in Ludwigsau gestohlenes Auto in einem Kalkbruchsee zwischen Lendorf und Hebel versenkt zu haben, weil es vorher bei Benzin-Diebstählen benutzt wurde. Darum ging es in einem gesonderten Verfahren. Um es im See zu versenken, hatten die Beschuldigten laut Staatsanwaltschaft Steine auf das Gaspedal gelegt und die Kupplung mit einem Stock bedient.

Die Tat löste einen großen Einsatz von Feuerwehr und DLRG aus. Allein den Sachschaden bezifferten Richterin Riechers und der Staatsanwalt auf 13 000 Euro. Das Wasser des Sees war stark verunreinigt. Der 21-Jährige Industriemechaniker muss jeweils 800 Euro an Nabu, DLRG und die Jugendfeuerwehr Singlis bezahlen. Der 20-Jährige Bad Wildunger, der bei einem Sicherheitsdienst arbeitet, zahlt laut Urteil 450 Euro an die Stiftung Beiserhaus und muss 50 Stunden gemeinnützige Arbeit nach Weisung der Jugendgerichtshilfe leisten.

Staatsanwalt: „Das war keine Spontan-Tat, kein Kavaliersdelikt“

Das Verfahren gegen die 21-Jährige, eine angehende Versicherungskauffrau, wurde gegen eine Geldauflage vorläufig eingestellt. Die Frau muss 450 Euro an die DLRG zahlen. Die Entscheidungen sind rechtskräftig, da sie von allen drei Beschuldigten angenommen wurden und Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Rechtsmittel verzichteten. In einem gesonderten Verfahren waren bereits im Oktober drei Männer aus dem Schwalm-Eder-Kreis zu Geldstrafen verurteilt worden.

„Das war keine Spontan-Tat, kein Kavaliersdelikt“, kommentierte der Staatsanwalt das, was sich dem See ereignet hatte. Dabei sei „ein ganz erheblicher Schaden“ entstanden, „und es war ein Riesen-Aufwand für Feuerwehr und DLRG, das Gewässer wieder sauber zu bekommen“.

Geständnissse von allen Beschuldigten

Positiv bewertet wurden die Geständnisse aller drei Beschuldigten. Der 21-jährige schilderte, wie man das Auto über einen Erdwall schob und es führerlos im See verschwand. Die junge Frau gab zu, auf einem Feldweg Schmiere gestanden zu haben. Zum Beseitigen des Fahrzeugs sagte sie: „Es gab sehr viele Ideen. Jeder hat mitgeholfen.“

Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe betonte, die Beschuldigte komme aus geordneten Familienverhältnissen, sei Fußball-Trainerin. Die Tatbeteiligung sei „absoluter Blödsinn“ gewesen. (Manfred Schaake)

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