Der Wildunger Dr. Joseph Mahfoud über sein Geburtsland

Es gibt noch ein Alltagsleben in Syrien

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Dr. Joseph Mahfoud vor dem Foto einer antiken syrischen Stätte

Ein Land, zerstört vom Krieg, regiert von Chaos und Tod: Dieses aktuelle Bild, dass die meisten von Syrien haben, spiegelt nur einen Teil der Realität.

Dr. Joseph Mahfoud, früherer Chefarzt der Gefäßchirurgie im Wildunger Stadtkrankenhaus, ist seit Jahrzehnten Deutscher. Seine Wurzeln aber liegen in Syrien, "und ich pflege sie." Sein ebenfalls pensionierter Bruder und dessen Familie leben bis heute im syrischen Küstenstreifen am Mittelmeer, den die Regierung Assad kontrolliert. In dem Gebiet zwischen türkischer und libanesischer Grenze ist ein relativ normaler Alltag möglich. Arztpraxen und Krankenhäuser versehen ihren Dienst. Marktstände und Geschäfte sind gut gefüllt. Die indirekten Folgen des Krieges allerdings machen der breiten Bevölkerung zu schaffen: das Embargo des Westens und in der Folge ein Mangel an Ersatzteilen und eine Inflationsrate von 400 bis 500 Prozent. "Wir brauchen eine andere Syrienpolitik, um den Konflikt zu beenden, gegen den Islamischen Staat und unter Beteiligung von Baschar-al-Assad", ist Mahfoud überzeugt.

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