DE-Ausschuss verärgert über Beschluss des Edertaler Planungsausschusses

Giflitzer: Feuerwehrhaus abreißen

Edertal-Giflitz. - Dicke Luft herrscht in Gif­litz nach dem Auftrag des Planungsausschusses an den Gemeindevorstand, einen Verkauf des alten Feuerwehrgerätehauses zu prüfen.

„Die Giflitzer Bürger wollen es abreißen und nicht verkaufen“, betont Dieter Haase, Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung. Er erinnert daran, dass der Dorfplatz an dieser Stelle inklusive des Abrisses im Dorferneuerungskonzept unter Punkt fünf mit der Priorität „sehr hoch“ eingestuft worden sei.

Schon als im vergangenen Jahr in Giflitz die Nachricht kursierte, dass über dieses Vorhaben aus Geldmangel ein Sperrvermerk verhängt worden sei, habe sich Enttäuschung breitgemacht, schildert Haase.

In diesem Zusammenhang geht für den Dorferneuerungsausschuss aus dem Verhalten des SPD-Abgeordneten Markus Jungermann der „Neid eines Bürgers hervor, der nicht in Giflitz wohnt, nach dem Motto: Was brauchen die so einen schönen Platz“? Jungermann hatte mit Blick auf die Finanzlage den Verkauf des Feuerwehrgerätehauses erneut ins Gespräch und den Planungsausschuss auf diese Linie gebracht.

Altbau verschandelt Eingang

Er hatte auch darauf verwiesen, dass im Zuge der Giflitzer Dorferneuerung bereits ein Treffpunkt in der Hinterstraße und der Hof vor der Kirche neu gestaltet wurden. Außerdem erinnerte er daran, dass vor Jahren eine Theatergruppe ins Gerätehaus einziehen wollte.

Der Giflitzer Arbeitskreis unterstreicht jedoch, dass wegen Feuchtigkeitsschäden eine solche Nutzung des alten Gebäudes nicht in Frage komme. Der alte Bau beeinträchtige auch das nächste Projekt: die attraktivere Gestaltung des Dorfeingangs Richtung Wildungen, der durch das Haus verschandelt werde.

Die Giflitzer hätten es lieber gesehen, wenn der Ausschuss am Dienstag dem Vorschlag Harald Wiecks (CDU) gefolgt wäre: Abriss des Spritzenhauses und Verschieben der Umgestaltung des Platzes. Anträge zur Dorferneuerung können schließlich noch bis 2017 gestellt werden.

Durch die anderslautende Entscheidung des Planungsausschusses sieht der Arbeitskreis Dorferneuerung seine Beschlüsse „ignoriert und buchstäblich mit Füßen getreten“, wie Vorsitzender Haase betont. Er verweist darauf, dass die Beschlüsse des Ausschusses auf zahllose Sitzungen und Gespräche mit den Giflitzer Familien, Vereinen, Freundeskreisen und weiteren Beteiligten zurückgehen und deshalb „die Wünsche der Giflitzer Bevölkerung widerspiegeln“. Haase rechnet mit Empörung im Dorf angesichts der aktuellen Entwicklung und er bezweifelt, dass die Beteiligung von konstant 14 Personen an den Sitzungen des Arbeitskreises aufrechtzuerhalten ist. „Nach Beendigung der Sitzung des Planungsausschusses hat mir dies schon ein Mitglied des Arbeitskreises bestätigt. Ich bedaure dies und werde meine Position ebenfalls überdenken“, unterstreicht Haase.

„Immer auf Kosten geachtet“

Der Arbeitskreis Dorferneuerung habe stets mit Planer Martin Ruppert gut zusammengearbeitet und bei den Planungen Kosteneinsparungen im Auge gehabt. Das belegten die Abrechnungen der bisherigen Projekte und das habe bei allen künftigen Arbeiten Priorität.

„Wenn wir im Arbeitskreis einstimmig zu einer Einigung gekommen sind, wie der Platz gestaltet werden soll, stand außer Frage, dass das Gebäude und der Platz keiner anderen Nutzung (Verkauf) zugeführt werden darf“, schreibt Haase.

Der Wille der Bürger werde auf den Kopf gestellt, der Planungsausschuss der Gemeindevertretung entwickle sich dem Eindruck nach zu einem Gegner des Giflitzer Arbeitskreises. „Wir hätten mehr Zusammenarbeit erwartet, etwa dergestalt, dass sich der Ausschuss mit dem Arbeitskreis zu einer Ortsbesichtigung trifft, statt mit einem Federstrich die ganze bisherige Arbeit zunichtezumachen.“

Das Dorferneuerungkonzept bestehe seit drei Jahren. Nun, da man auf den ersten Spatenstich warte, sei alles hinfällig.(su)

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