Jens Schindzielorz und Tochter Marlene radeln 3032 Kilometer durch Australien

Globetrotter mit dem Laufrad

+
Jens Schindzielorz und Töchterchen Marlene am Ziel in Sydney vor der Harbour Bridge.

Bad Wildungen-Wega - 3032 Kilometer mit dem Laufrad durch Australien - der Wegaer „Welt-Radler“ Jens Schindzielorz und seine fünf Jahre alte Tochter Marlene sind mit vielen Erlebnissen nach Wega zurückgekehrt.

Schindzielorz war mit dem Rad schon mehrfach in Nord-, Mittel- und Südamerika, in Afrika, Australien, Neuseeland und in vielen Ländern Europas. In Australien hat der Rad-Mechaniker und -händler auf vier Touren bereits über 22000 Kilometer zurückgelegt - zuletzt 2011 mit seiner damals sechsjährigen Tochter Loise 2355 Kilometer auf einem Tandem.

Diesmal begleitete Schwesterchen Marlene den sportlichen Globetrotter. Mit Zwischenlandung in Shanghai erreichten die beiden Weltreisenden im Januar die australische Metropole Sydney. Die erste Etappe legten sie mit der Bahn nach Katoomba zurück und stiegen dann um auf das Rad.

Das Laufrad ist ein Mobil der besonderen Art, es verbindet das Laufen mit dem Radfahren. An ein Fahrrad erinnert das Tretlager mit Kurbeln und Pedalen, an das Laufen die stehende Fortbewegung. Einen Sattel für den Fahrer gibt es nicht. Dabei wird der gesamte Körper trainiert und die Knie werden bei der Schindzielorz-Konstruktion nicht stoßartig belastet. Auf dem Frontplatz hatte Marlene freie Sicht nach vorn.

Traumhaft war die Strecke entlang der Küste des Südpazifischen Ozeans. Die Straßen führten durch die Blue und Snowy Mountains mit Höhen bis 1100 Metern. Zweimal nahmen die Radler eine Fähre. Als westlichsten Punkt erreichten sie einige Kilometer hinter Warrnabool den kleinen Ort Port Fairy. Mit Bus und Bahn setzten die Wegaer dann komfortabel ihre Reise fort bis Melbourne. Die schöne Stadt wurde an zwei Tagen mit dem Laufrad erkundet. Weiter ging es mit Bus und Bahn nach Albury.

Die beiden Abenteurer durchquerten teils einsame Landstriche und genossen den Sommer der Südhalbkugel mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius. Geregnet hat es nur an zwei Tagen, und von den Buschfeuern haben die beiden nur durch Medien erfahren. Die Tour verlief reibungslos. Ein platter Reifen und ein Speichenbruch waren für den Rad-Mechaniker leicht zu beheben. „Wir waren mit einem insgesamt 18-er Schnitt auf dem immer welligen Gelände recht flott unterwegs“, sagt der Wegaer zufrieden. „Unsere täglichen Fahrzeiten lagen meist bei vier bis fünf Stunden, dann haben wir unser Zelt aufgebaut oder sind zu einer Jugendherberge oder einer Pension geradelt.“

Längste Tagesetappe 130 Kilometer

Die kürzeste Tagesstrecke betrug 30, die längste stramme 130 Kilometer. Die Straßen waren durchweg in einem guten Zustand. Fahrradwege neben den Straßen gab es nicht.

Viele Wildtiere beobachteten die Radler auf ihrer Tour, darunter Kängurus, Schildkröten, Pelikane und viele Arten von Papageien, aber auch Koalas, Emus, Schlangen, faustgroße Spinnen und Stacheltiere. Von ihren Erlebnissen will Marlene in ihrem Kindergarten in Odershausen berichten.

Vater und Tochter waren rundum zufrieden mit ihrer Tour auf dem heißen Kontinent. Marlene, die während der acht Wochen überhaupt kein Heimwah hatte, wollte gleich nach der Rückkehr in den deutschen Winter am liebsten wieder zurück: „Hier ist es viel zu kalt - Papa, ich möchte gerne wieder mit dir nach Australien fahren.“ (heso)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare