Nach Insolvenzantrag: Interimslösung für Waldecker Golfplatz

Golfclub springt in die Bresche

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Bis ein neues Betreiberkonzept vorliegt, springt der Golfclub ein und hält den Spielbetrieb auf der Waldecker Anlage aufrecht. Von links Präsident Dr. Friedrich Niederquell, Golflehrer Paul Sahm und die Greenkeeper Hans-Henrich Hankel, Henner Gräbing, Alexander Waiz.

Waldeck - Mit Mut, Tatkraft und einer gehörigen Portion Eigeninitiative hält der Golfclub Waldeck am Edersee den Betrieb auf der 98 Hektar großen Anlage mithilfe des Insolvenzverwalters Hartmut Mitze aufrecht.

Die bisherige Betreibergesellschaft „PDG Golf“ hatte im Mai Insolvenzantrag beim Amtsgericht Korbach gestellt. Mit beherztem Handeln setzte sich der neu gewählte Clubvorstand für den 18-Loch-Platz ein. „Ohne Pflege wäre er innerhalb von drei Wochen nicht mehr bespielbar“, sagt Dr. Friedrich Niederquell, der neue Präsident des etwa 450 Mitglieder zählenden Golfclubs.

Dünger und Diesel wurden gekauft, etliche Arbeiten in eigener Regie in Angriff genommen. Nach intensiven Beratungen mit dem Insolvenzverwalter und Gesprächen mit Bürgermeister und Vertretern von Bank und Domanium wurde beschlossen, alle notwendigen Maßnahmen einzuleiten, um den Spielbetrieb auf der Golfanlage für 2015 aufrechtzuerhalten und zeitnah ein Konzept für den Weiterbetrieb zu erstellen. 150 Mitglieder segneten dies in einer außerordentlichen Versammlung ab. Einnahmen und Ausgaben sollen miteinander verrechnet und ein eventuelles Defizit vom Club ausgeglichen werden.

Clubpräsident Niederquell: „Das ist nur eine kurzfristige Notmaßnahme, um Zeit zu gewinnen für eine tragfähige Lösung für die Zukunft.“

Gläubigerversammlung am 14. August

Laut Insolvenzverwalter Hartmut Mitze ist am 14. August Gläubigerversammlung am Amtsgericht in Korbach. „Dann soll ein Fortführungskonzept für den Waldecker Golfplatz vorgelegt werden.“ Wie ein solches aussehen kann, ist derzeit noch nicht absehbar. „Wir befinden uns mit Interessenten sowie den wichtigsten Vertragspartnern in der Abstimmungs­phase“, ließ der Frankenberger Rechtsanwalt durchblicken.

Auf jeden Fall soll der Golfclub in das Konzept eingebunden werden, weil es in der Vergangenheit nicht gelungen sei, die Interessenlagen von Betreibern und Verein in Übereinstimmung zu bringen.

Vorerst erwartet den Clubvorstand viel Arbeit. Ihm gehören auch Vizepräsident Peter Blumenberg, Spielführer Karl Gerlach und Schatzmeisterin Verena Lotz an. Öffentlichkeits- und Sponsoringbeauftragter ist Thomas Schäring. Gestern fand ein Freundschaftsspiel statt, und am 12. Juli startet eine einwöchige „Golf-Charity“. „Da braucht es noch den Einsatz einiger Heinzelmännchen“, sagt der Präsident mit einem Schmunzeln.

Drei „Greenkeeper“ kümmern sich um Rasenpflege, Bewässerung und andere Arbeiten. Niederquell: „Es ist sehr erfreulich, dass sich Mitglieder einbringen, um zu helfen, den Platz in gutem Zustand zu halten.“

Staatsanwaltschaft prüft

Im Rahmen der Interimslösung wird auch das Clubhaus mit bewirtschaftet. Zudem treiben den Vorstand fehlende Unterlagen zur Mitgliedererhebung und gezahlten Nutzungsgebühren der Golfspieler um. „Uns wurde ein Chaos hinterlassen.“ Ob dieses Geld vor der Insolvenz zweckentfremdet aus der Kasse entnommen wurde, wie der Vorstand befürchtet, wird derzeit sowohl vom Insolvenzverwalter als auch von der Staatsanwalt im Zuge von routinemäßigen Untersuchungen geklärt.

Niederquell und der Clubvorstand wollen alles daransetzen, um den Golfplatz zu erhalten. „Diese schöne Anlage ist absolut erhaltenswert und es wäre schade, wenn man sie durch Missmanagement an die Grenzen der Fortführungsmöglichkeiten bringt.“

Von Conny Höhne

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