100 Jahre Edertalsperre

Große Sause mit Badewannenrennen und Feuerwerk - Video

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Edersee - Jeder bekommt so, wie er´s verdient hat. Die Edertalsperre brachte der Region vor 100 Jahren Fortschritt und Wohlstand. Zum Dank feierten die Edertaler das runde Jubiläum ihres Wahrzeichens am Samstag in beeindruckender Weise und Petrus spendete am Samstag dem Unterfangen Sonne satt.

Unbestrittene Höhepunkte am Samstag waren die große Badewannen-Gaudi mit 13 teilnehmenden Teams am Nachmittag und das Geburtstags-Feuerwerk eine halbe Stunde vor Mitternacht. Die Fontänen, Sterne und Lichtkaskaden wirkten um so eindrucksvoller, als die neue Beleuchtung der Mauer während des Pyro-Spektakels eingeschaltet blieb. Bürgermeister Klaus Gier hatte mit einem symbolischen Knopfdruck – wie einst Willi Brandt das Farbfernsehen – die neue nächtliche Attraktion in Betrieb genommen. LED-Technik macht den reizvollen Wechsel von Farben möglich, die aus den Bögen der 39 Wasserdurchlässe hinauszufließen scheinen. Viel Applaus und Jubelrufe gab es vom Publikum für die einmalige Feuerzauber-Show zum 100ten über dieser einmaligen Kulisse.

Über Beifall und Anfeuerungsrufe freuten sich auch die 13 Teams des Badewannenrennens. Axel Rothauge und sein Team haben wieder Monate an dem Spektakel gefeilt. Die Mitwirkenden hatte sich eine Menge einfallen lassen, um ihre Gefährte auszuschmücken, ließen in mehreren Durchläufen die Paddel fliegen, legten sich bei heißen Temperaturen und gleißendem Sonnenschein mit aller Kraft in die Riemen oder traten in die Pedalen, was das Zeug hielt. Die Siebnacher Musikanten spielten spontan dazu und wechselten auf ein Boot, nachdem sie mit einer Eigenkonstruktion schon am Ufer einschließlich Instrumenten kurzzeitig baden gegangen waren. Das eine oder andere Gefährt folgte, mal noch vor dem Start, mal mitten im Rennen, doch DLRG, Wasserschutzpolizei und ein selbst gebautes „Arbeitsboot“ der Rennleitung halfen den havarierten Athleten. Diese tauchten zwar kurzzeitig ab, ließen sich aber nicht unterkriegen und gingen nach kurzen Reparaturen und Korrekturen erneut an den Start. Was für ein Spaß für alle Beteiligten, beobachtet von Zuschauern am Ufer und auf der Sperrmauer-Krone, die dort dicht an dicht standen.Das Ergebnis des Rennens? Wie gehabt. Lars Kreh und seine Jungs waren – dieses Jahr unter dem Titel „Copa Badewanna“ mit je einem Trikot der Halbfinalisten Deutschland, Brasilien, Argentinien, Niederlande ausgestattet – wieder einmal die schnellsten. Einen hartnäckigen Gegner fanden Kreh, Michel Gutbier, Niklas und Hendrick Holzhauer aber in einer weiteren Truppe, die sich auf die Fußball-WM bezog: das „Endspielteam“ in der Besetzung Klaus-Walter Zschocke, Joachim Schneider und Reiner Hellauer.

Die Abstimmung im Publikum über die schönste Wanne brachte dagegen einen überlegenen Sieger hervor, wie Axel Rothauge berichtet: den „Kaiser Wilhelm“ mit der Besatzung Elke Bangert, Ann Cathrin Burbank und Heike Rothauge. „180 Stimmen haben sie bekommen, der nächste dahinter erhielt um die 30“, berichtet Rothauge. Viel Lacher und Applaus ernteten auch zwei tierisch gute Beiträge. Michael Struck und Michael Heinze stiegen bei gefühlten 50 Grad Celsius in Plüsch-Hasen-Kostüme und stachen mit ihrer „Möhre“ in See, während die Kasseler Gruppe „Zarte Metzger (Dirk Hoffmann, Manfred Hesse, Florian Hoffmann, Philipp Hierath, Claudia Kleinöder) ihr Schweinchen herzallerliebst zur Schlachtbank führte, nicht ohne in einem Zwischenspiel zu kentern. Voriges Jahr noch Zuschauer, entschlossen sie sich erstmals zum Mitmachen. Leuchtendes Beispiel für die vielen Zuschauer vom Samstag. Julia und Rüdiger Bangert gingen dafür gleich in die Luft mit ihrem „Flughafen Edertal“, während Bernd Rothauge in „La Gondola“ Silvia Bergmann mit der Sicherheit eines venezianischen Gondoliere über die Wellen schaukelte. Nach der Zuckerguss-Version vom Freitag bekam das Publikum eine weitere Doppelgängerin des Geburtstagskindes zu sehen: Moritz Weinreich, Marius Bänfer und Julia Zwiener ließen die „Waldecker Talsperre“, wie sie einst in der Anfangszeit auch genannt wurde, übers Wasser gleiten. Immerhin 30 Jahre hat die „Segelschule Rehbach“ auf dem Buckel, deren Fahrzeug Florian Ferpes, Jonas Teschke und Fabian Balzer steuerten. Die „Kreuzretter“ Andreas Heuser, Andreas Spratte und Olaf Palm brauchten selbst Hilfe, als ihre Schaufelrad-Pedal-Konstruktion Schlagseite erhielt. Den Flying Nikoläusen Phillip Witte und Florian Weinreich blieb dieses Schicksal erspart, obwohl sie Stilbruch begingen: Strohhüte statt Zipfelmütze zum roten Rock. Erstmals mit von der Partie und mit einem Extra-Applaus begrüßt: Seeleute aus Horni Cermna, unterwegs mit tschechischer Flagge und viel Einsatz: Jiri Ptacek, Marketa und Lucie Ptackova, Agata Borova und Viktor Boreil.

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