Zwei 18-Jährige verurteilt

Haftstrafen für Überfall: Mit Revolver Hotel in Bad Wildungen beraubt

Kassel/Bad Wildungen - Wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf ein Hotel in Bad Wildungen sind zwei 18-Jährige am Donnerstag vom Landgericht Kassel zu Haftstrafen verurteilt worden.

Mit ihren Milchbubengesichtern sahen die beiden 18-jährigen Angeklagten aus, als kämen sie gerade von ihrer ersten Jugendfreizeit zurück. Tatsächlich aber sind sie vom Kasseler Landgericht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf ein Hotel in Bad Wildungen verurteilt worden.

Nachdem sie eine Flasche Wodka ausgetrunken, Kokain und Marihuana konsumiert hatten, besorgten sich die beiden jungen Angeklagten – ein Deutscher und ein Rumäne – am 8. April dieses Jahres einen täuschend echt aussehenden Trommelrevolver und marschierten damit maskiert gegen 22.30 Uhr in ein Hotel im Wildunger Stadtteil Reinhardshausen.

Mit dem vorgehaltenen Gasrevolver zwangen sie den allein an der Rezeption sitzenden Mitarbeiter des Hotels, den Saferaum zu öffnen und ihnen rund 3500 Euro Bargeld auszuhändigen.

Dazu hatten sie den Mann mit einer in Englisch geschriebenen Notiz auf einem Zettel aufgefordert. Gesprochen wurde von ihnen kein Wort.

Das hatte einen Grund, denn der deutsche Räuber hatte in dem Hotel eine Kochlehre absolviert und war erst kurz zuvor entlassen worden, weil er häufig die Berufsschule geschwänzt hatte. Einmal habe er 50 000 Euro auf dem Tisch im Büro liegen sehen, sogar ein Foto von dem großen Haufen Geld gemacht, sagte der voll geständige Täter. Mit so viel Geld hatten sie auch bei dem Überfall gerechnet, zu dem sich beide spontan entschlossen hatten.

Nach dem Überfall flohen beide sofort (Hintergrund). Die Polizei kam ihnen schnell auf die Spur, weil die Anschrift ihrer fünf Fußminuten entfernten Zimmer auf dem Zettel stand, den sie dem Portier hingeschoben hatten.

Den jungen Rumänen stufte Richter Dreyer als Mitläufer ein, er erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Der deutsche Haupttäter hingegen, der schon einige Diebstähle auf dem Kerbholz hat, wurde nach Jugendstrafrecht zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Hier habe er die Chance, Realschulabschluss und Berufsausbildung abzuschließen. Beide kamen gestern erst einmal frei.

VON THOMAS STIER

Rubriklistenbild: © David-Wolfgang Ebener/dpa

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