3,5 Millionen Euro für Erweiterung des Betreuungszentrums

Haus Waldeck stockt weiter auf

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In Richtung Kurhaus wird ein „Glaswürfel“ angebaut. Damit wird das Pflege- und Betreuungszentrum Waldeck um 1800 Quadratmeter auf vier Ebenen erweitert.

Bad Wildungen - Mehr Pflegeplätze, eine größere Demenzstation und Komfortzimmer für Senioren - das Pflege- und Betreuungszentrum Wal­deck wird erweitert und hochwertig ausgebaut. Rund 3,5 Millionen Euro investiert die Betreiber-gesellschaft Wicker-Wollmert in das Projekt.

„Um uns herum passiert viel“, verweist Gesellschafter Heinrich Wollmert auf Bau und Erweiterung mehrerer Pflegeheime in Nachbarkommunen. Durch die millionenschwere Investition in der Langemarckstraße „erwarten wir eine Objektaufwertung, um auch künftig am Markt zu bestehen“.

Die Wicker-Wollmert-Gruppe betreibt in Bad Wildungen auch die Wohn- und Pflegeheime Am Laupark und Goeckestift und das Pflege- und Betreuungszentrum Kaiserhof. Ein aufwendiger Erweiterungsbau soll das Haus Waldeck für die nächsten 20 Jahre ertüchtigen. Es ging aus dem 1889 in der Hufelandstraße errichteten Haus Bristol hervor.

Wollmert skizziert die wechselvolle Geschichte, die das Haus erlebt hat - vom blühenden Kurwesen zu Zeiten, als prominente Gäste auf der Brunnenallee flanierten, die zeisssche Schlinge für die Operation von Blasensteinen erfunden wurde und Gustav Görner in Reinhardshausen den Grundstein für den Aufschwung des Klinikstadtteils legte.

Drei geschlossene Demenzstationen in Nordhessen

In neuere Zeit fallen die Auswirkungen der Gesundheitsreform Norbert Blüms in den 80er-Jahren und dann vor allem die Folgen einer weiteren Reform im Jahr 1996 auf Initiative des damaligen Gesundheitsministers Horst Seehofer. „Heute sind die Kliniken durchschnittlich zu 90 Prozent ausgelastet“, weiß Wollmert.

Um das Haus Waldeck für die Zukunft auszurichten, schnürt die Betreibergesellschaft ein ehrgeiziges Investitionspaket. An das Pflegezentrum mit Einzel- und Doppelzimmern für insgesamt 60 Bewohner, verteilt über drei Wohnbereiche, wird in Richtung Kurhaus ein zwölf Meter langer „Glaswürfel“ angebaut als optische Trennung vom Altbau. 1800 Quadratmeter auf vier Etagen werden gewonnen - Raum für 34 zusätzliche Betreuungsplätze, außerdem sechs Wohnungen für betreutes Wohnen.

Die Demenzstation vergrößert sich von 15 auf 24 Plätze im ersten Obergeschoss. „In Nordhessen gibt es nur drei geschlossene Demenzstationen, die diesbezüglich eine Zulassung haben“, erläutert Wollmert. Eine davon ist die Station im Haus Waldeck. „Es könnte sein, dass wir im zweiten Obergeschoss noch eine Demenzabteilung bauen - wir wissen nicht, wohin die Reise geht“, verweist er auf die alternde Gesellschaft im Rahmen der demografischen Entwicklung.

In der zweiten Etage entstehen 16 Komforteinzelzimmer mit einer Größe von 28 bis 30 Quadratmetern, im Zwischengeschoss sechs Wohnungen mit jeweils 50 Quadratmetern Wohnfläche und Balkon. Im Erdgeschoss sind neun Einzelzimmer geplant. Ein verglaster Aufenthaltsraum lässt die Bewohner mit Blickrichtung Kurpark teilhaben am Leben in der Stadt. Mit einem neuen Aufzug werden auch die Altbaustationen erreicht, falls der vorhandene Fahrstuhl ausfällt. Erweitert und ausgebaut wird ferner der Eingangsbereich.

„Alles in allem eine „optimale Nutzung der Räumlichkeiten, die wir jetzt schon vorhalten“, kommentiert Mitgesellschafterin Tanja Wicker den Umbau.

20 neue Arbeitsplätze

Nach Abschluss der Arbeiten steigt die Zahl der betreuten Bewohner um 46 auf künftig etwa 100 an. Die Zahl der derzeit 70 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeitbeschäftigung soll dann um 20 aufgestockt werden.

Abgestimmt ist das Projekt laut Wollmert mit Denkmalsbehörde und Amt für Soziales und Versorgung. Die Änderung des Bebauungsplans ist derzeit öffentlich ausgelegt. Die Betreiber sind zuversichtlich, dass die Bauarbeiten im Sommer beginnen können. „Wir möchten den Rohbau noch vor der Winterpause fertig haben und dann im Frühjahr eröffnen“, peilt Tanja Wicker an.(höh)

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