Tierschau bietet tolles Programm, fällt aber kleiner aus

Ein heißer Ritt für alle - Video

+
WM-Fieber: die Quadrille des Wellener Talhofs Biederbeck.

Bad Wildungen - Dasselbe schöne und heiße Wetter wie im vorigen Jahr, aber weniger Tiere und weniger Zuschauer: So sieht die Bilanz der Viehmarkt-Tierschau 2014 aus, für die es eine gute Erklärung gibt.

Zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren fiel die Tierschau auf einen Termin in der Schulzeit, weil die hessischen Sommerferien erst Ende nächster Woche beginnen. Dem Wellener Talhof Biederbeck beispielsweise fehlten die Ferienkinder zum Vorführen, berichtete Wolrad Herzog von der Schauleitung am Mik­rofon. Mädchen und Jungen im schulpflichtigen Alter waren auch im Publikum kaum zu entdecken.

„Schade“, meinte ein Zuschauer, aus dessen Bekanntenkreis Kinder während der Tierschau zu einem Schulausflug ins Basdorfer Maislabyrinth aufgebrochen waren. „Als Wildunger Schule. Das kann ich nicht verstehen: Das Labyrinth steht nächste Woche auch noch“, meinte der Wildunger mit Blick auf die lichten Zuschauerreihen.

Dafür waren heimische Kindergärten mit mehreren Ausflugsgruppen vertreten. „Ganz vorbildlich sogar mit Warnwesten“, nahm Ute Ermentraudt von der Schauleitung lobend zur Kenntnis. Die jungen Besucher kamen voll auf ihre Kosten. Schließlich gab es etwa bei der Sonderschau der Fleischrinder viele Tiere zu sehen, die man nicht alle Tage bewundern kann: einen ausgewachsenen Galloway-Bullen oder Zebu-Rinder mit dem charakteristischen Buckel. Die gewaltigen Poitou-Esel mit ihrem dicken, wolligen Fell (da bricht einem beim Zuschauen der Schweiß aus) machten mächtig Eindruck.

Die Stallhasen in der Kleintierschau luden zum Streicheln ein, während in einem anderen Käfig eine Schar Tauben mit bizarrem Schopf einen Heidenspektakel veranstaltete.

Bauklötze staunen konnten die Zaungäste beim Show-Programm der Pferde. Die Quadrille des Talhofs Biederbeck mit Lena Sieben, Lisa Sorge, Greta Gaspar, Melina Grabs, Maike Sroka, Christiane Kraft, Nadja Niostheide und Sharleen Lukas holte das WM-Gefühl zurück und begeisterte das fachkundige Pub­likum.

Das kam nicht mehr aus dem Staunen heraus, als im Anschluss Hubert Dechert aus Lauterbach im Vogelsbergkreis seine „Ungarische Post“ über den Reitplatz fegen ließ. Auf zwei Pferden zugleich stehend galoppierte er traumwandlerisch sicher durchs Karree und scheute selbst vor einem Sprunghindernis nicht zurück. Bravorufe und großer Beifall belohnten ihn und seine Tiere für diesen Auftritt, bevor Heinrich Biederbeck die Schauleitung, Bürgermeister Volker Zimmermann und Stadtrat Manfred Jahnes in der Kutsche zur Siegerehrung fuhr.

Am Freitagabend steuert der Viehmarkt ab 20 Uhr seinen nächsten Höhepunkt an, dieses Mal im Festzelt: Zeit für Peter Lack und seine hr3-Discoparty: das Sahnehäubchen auf dem Familientag.

Zur Bildergalerie

Von Matthias Schuldt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare