Beschluss des Planungsausschusses

Herkules-Markt Bad Wildungen darf umziehen, muss aber Verträglichkeitsgutachten erstellen

Von 2017 bis 2021 nicht mehr als eine Utopie, dürfte der Umzug des Herkules-Marktes aufs alte Molkereigelände (rechts) an der Itzel seit dem Beschluss des Planungsausschusses kaum noch zu verhindern sein.
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Von 2017 bis 2021 nicht mehr als eine Utopie, dürfte der Umzug des Herkules-Marktes aufs alte Molkereigelände (rechts) an der Itzel seit dem Beschluss des Planungsausschusses kaum noch zu verhindern sein.

Der Planungsausschuss Bad Wildungen hat im Grundsatz nun den Weg frei gemacht für den Umzug des Herkules-Marktes von der Odershäuser Straße auf das frühere Molkereigelände an der Itzel.

Bad Wildungen – Die Stadtverordneten hatten das Thema noch einmal zurückverwiesen in das Fachgremium, um vor allem die Frage der Größe des neuen Marktes noch einmal zu beraten. Bis zu 4800 Quadratmeter wären laut dem fortgeschriebenen Einzelhandelsgutachten des Hamburger Büros Lademann möglich. Sind dann überhaupt Erweiterungen für bestehende Lebensmittelmärkte in Bad Wildungen künftig noch möglich? Diese Frage hatte Marc Vaupel (CDU) im Parlament aufgeworfen und verlangt, dass die Größe des umgezogenen Herkules auf 3000 Quadratmeter begrenzt wird.

Im Ausschuss wurde jedoch klar, dass Erweiterungen von bestehenden Märkten sogar dann möglich blieben, wenn der Herkules in der Maximalgröße von 4800 Quadratmetern verwirklicht würde, erläutert Robert Hilligus vom Bauamt auf WLZ-Nachfrage: „Das gilt auch für einen Markt, der eine Nachfolge des tegut in der Fürstengalerie antreten würde.“

Maximal 40 Prozent Verkaufsfläche für Nicht-Lebensmittel im neuen Herkules-Markt Bad Wildungen

Auf einem anderen Blatt Papier steht die Frage, ob ein derart großer Herkules-Markt nicht die Innenstadt austrockenen würde – auch wenn ein guter Teil der Fläche auf Lager oder Stellplätze für Einkaufswagen entfiele und maximal 40 Prozent der Verkaufsfläche für Nicht-Lebensmittel zur Verfügung standen. So stellte es die Edeka im Ausschuss zumindest dar. Sie muss nun nach dem Willen des Ausschusses ein Verträglichkeitsgutachten für ihre Pläne ausarbeiten lassen.

Wie groß und unter welchen Rahmenbedingungen der Herkules-Markt sich auf dem Molkereigelände Bad Wildungen neu etablieren darf, legt das fortgeschriebene Einzelhandelsgutachten ohnehin noch nicht fest, betont Bürgermeister Ralf Gutheil. Diesen Rahmen setzt die Stadtverordnetenversammlung Bad Wildungen über die später anstehende so genannte Bauleitplanung, die festlegt, was auf dem Gelände genau gebaut werden darf.

Brief aus der Altstadt gegen den Beschluss zum Umzug des Herkules-Marktes Bad Wildungen

Aus Sicht von Immobilieneigentümern und Kaufleuten aus der Altstadt von Bad Wildungen stehen die negativen Folgen der Entscheidung aber fest: Der Umzug werde die Alt- und Kernstadt schädigen. In einem Brief an die Stadtverordneten von Bad Wildungen betonen das Peter Goebel, Günter Wackerbarth und Manfred Zinke. Ihr zentrales Argument: Für eine Fortschreibung des Einzelhandelsgutachtens von 2017, das einen Herkules-Umzug ausschloss, habe es keine Notwendigkeit gegeben. Sie sehen durch den Herkules-Umzug „die Innenstadt schwer geschädigt und zudem auch eine wohnortnahe Grundversorgung gefährdet.“

Wenn der Magistrat schon der Auffassung gewesen sei, dass nach nur vier Jahren eine Fortschreibung dieses Konzeptes nötig sei, hätte es nahegelegen, die Firma CIMA, wie in der Vergangenheit schon gehandhabt, mit der Fortschreibung zu beauftragen, meinen die drei in ihrem Brief. Gründe für den Gutachterwechsel seien nicht offengelegt worden. Als Kronzeugen für ihre Position führen sie die Einschätzung des Wettringer Rechtsanwaltes Dr. Heinz Janning an. Er war bis 2007 über 28 Jahre hinweg hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Rheine in Nordrhein-Westfalen. Danach hat er als Rechtsanwalt Städte und Gemeinden sowie Ministerien, Bezirksregierungen, Kammern und auch Handelsverbände bei der Einzelhandels- und Zentrenentwicklung beraten. (Matthias Schuldt)

Die Stadtverordneten von Bad Wildungen hatten das Thema noch einmal zurück in den Planungsausschuss verwiesen.

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