Christian Stiel tritt am Montag, 19. November, beim Bundeswettbewerb an

Hessenmeister der jungen Kfz-Lackierer kommt aus Wildungen

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Christian Stiel lackierte schon mit 16 Jahren seinen BMW E30, den er hier mit seinem Vater Uwe präsentiert. Doch das war längst nicht das erste Objekt, dass sich der junge Mann lange vor Beginn der Lehre vornahm, um es zu verschönern.

Bad Wildungen. Es gibt Menschen, die fühlen sich für einen Beruf geboren. Und manchen von ihnen fällt dieser Beruf vor die Füße, wenn sie noch als Kleinkind im Maxi-Cosi sitzen. Bei Mama und Papa in deren Werkstatt.

„Für mich hat sich nie die Frage gestellt, etwas Anderes zu lernen“, sagt Christian Stiel im elterlichen Betrieb an der Odershäuser Straße. Kürzlich errang der 20-jährige Fahrzeuglackierer den Hessentitel der Jung-Gesellen. Qualifiziert hatte er sich mit seiner hervorragenden Leistung in der Abschlussprüfung bei der Handwerkskammer Kassel zu Jahresbeginn. Am nächsten Montag fährt er zum Bundeswettbewerb.

Mit 16 eigenen BMW lackiert

Nicht mit irgendeinem Auto, sondern mit seinem BMW E30. „Den hat er sich mit 16 gekauft“, berichtet Vater Uwe Stiel. Der Wagen ist heute zehn Jahre älter als sein Besitzer; ein Oldtimer eigentlich, „aber als Kind habe ich das Modell bei einem DTM-Rennen live gesehen“, erinnert sich Christian.

Prägung auf dem Bobby-Car

Weil er als Dreikäsehoch auf einem Bobby-Car mit Propeller-Symbol des bayrischen Auto-Herstellers durch die Werkstatt sauste, wollte er dieses Auto haben, bevor er den Führerschein angehen durfte. „Er zerlegte den BMW und lackierte ihn im Original-Rot der Serienwagen “, sagt Vater Uwe und schmunzelt. Eine Arbeit von gut einem Jahr. Nicht nur für sich selbst schwang Christian früh die Sprühpistole, sondern auch für einen Prominenten. „Den Geschenke-Schlitten für den Weihnachtsmann habe ich mit Schulfreunden verschönert“, erinnert sich der Sohn, und der Vater ergänzt mit einem breiten Lächeln: „Da glaubten sie alle noch an den Weihnachtsmann.“

Der ältere der beiden Söhne war so von Beginn an mittendrin im Werkstatt-Geschehen. Kaum dass er lief, wollte Christian mitmachen und teilte die Begeisterung des Vaters für Autos und Farben. Im Grundsatz ein Familien-Faible: Sein jüngerer Brüder wandelt auf vergleichbaren Pfaden bei VW.

Lehre verkürzt

Christian sammelte früh so viele Erfahrungen, dass er seine Lehre um ein halbes Jahr verkürzen durfte. Für den jungen Mann ist bereits klar, „dass ich den Betrieb von meinen Eltern einmal übernehmen möchte.“

Auch wenn er um die Nachteile der Selbstständigkeit im Vergleich zum Dasein eines Festangestellten weiß. Seit dem Ende seiner Ausbildung im Fritzlarer Unternehmen Eichenberg arbeitet er im Betrieb seiner Eltern. Und er führt mit seinem „Chef“ manche kleine Diskussion, wenn es ums akkurate Arbeiten geht. „Christian ist sehr, sehr genau“, sagt sein Vater schmunzelnd.

Ein Charakterzug, der dem Sohn im Verein mit einem außergewöhnlichen Auge und Gefühl den Hessen-Titel sicherte. Dabei ließ er sich auch durch die beständig präsente Stopp-Uhr im Wettbewerb nicht irritieren.

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