Ein Blick auf die möglichen Verläufe der Stromtrasse in Edertal und Wildungen

Hier könnte „Suedlink“ grüßen

+
Diese Darstellung zeigt Varianten, wo die Trasse verlaufen könnte. Für die höchstens 100 Meter breite Trasse sind Plan-Korridore von 1000 Metern Breite angegeben.Quelle: TenneT

Bad Wildungen - Im benachbarten Schwalm-Eder-Kreis formiert sich der Protest gegen die Suedlink-Trasse, die Windstrom von Nord- nach Süddeutschland bringen soll. Bürgermeister Klaus Gier und sein Amtskollege Volker Zimmermann haben ebenfalls öffentlich skeptisch bis ablehnend auf die Möglichkeit reagiert, dass die Leitung Edertaler und Wildunger Gebiet überspannen könnte.

Netzbetreiber TenneT versucht, den Widerwillen der Bewohner in den tangierten Gebieten durch Informationsversammlungen und einen detailreichen Internet-Auftritt (www.suedlink.tennet.eu) zu überwinden. Bürger konnten Änderungsvorschläge einreichen. „3000 aus ganz Deutschland sind eingegangen, von denen wir 120 als realisierbar einstufen“, erklärt TenneT-Pressesprecher Markus Lieberknecht. An die Bundesnetzagentur (als Genehmigungsbehörde) würden aber alle 3000 Eingaben weitergereicht.

Auf Karten des Web-Auftritts ist zu erkennen, wo die Trasse über Edertaler oder Wildunger Gebiet führen könnte (siehe Ansicht rechts). Unterschiedliche Strecken sind als Varianten eingezeichnet.

Welchen Weg der Strom durch Deutschland am Ende tatsächlich nimmt, richte sich keinesfalls nach der Wucht des örtlichen Widerstands, versichert Lieberknecht.

Die Planer orientieren sich ihm zufolge vielmehr an einer Reihe von Kriterien in einer bestimmen Rangfolge: zuvorderst am Schutz von Siedlungen, dann an Landschafts- und Naturschutz, an der Rücksicht auf andere Wirtschaftsaktivitäten wie Rohstoff-Abbau oder Windvorrangflächen, an Vogelzuggebieten. Insgesamt gilt, dass die Planer bevorzugt vorhandene Infrastruktur-Routen mitbelegen sollen wie existierende Stromtrassen, Bahnlinien oder Autobahnen.

Im laufenden Jahr will TenneT seinen Antrag für die „Bundesfachplanung“ der Suedlink-Trasse bei der Bundesnetzagentur einreichen. Der gesamte Antrag ist auf der Internetseite des Unternehmens zu dem Projekt zu finden.

Es unterscheidet sich in einem grundlegenden Punkt von allen Hochspannungsstrecken in Deutschland: Suedlink arbeitet mit Gleich- statt Wechselstrom, wie er auch aus der Steckdose kommt.

Der Grund ist, dass Gleichstrom mit weit geringeren Verlusten über weite Entfernungen transportiert werden kann. Weltweit existieren nur wenige Gleichstromtrassen. TenneT betritt also Neuland.

Von Matthias Schuldt

Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Ausgabe von WLZ-FZ oder im E-Paper.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare