Ederlurchs Frischquak

Hochprozentiges

- Meinen kleinen Hausengel hole ich dieser Tage von der Schule ab, wo ihr BiLi-Kurs (Geschichte auf Englisch) gerade Nietzsches trivalentes Verständnis der Geschichtsschreibung zu diskutieren hatte. Sie wissen schon, die monumentalische, antiquarische oder kritische Art – so ´n klassisches Stammtischthema halt – als das Engelchen plötzlich vom Rücksitz fragt:

„Papa, warum schreiben die auf deutschen Wahlplakaten Englisch – und was hat Politik mit Alkohol zu tun?“ Einen kleinen Augenblick brauche ich, um zu verstehen... Ihr ist am Bahnhofskreisel eine Riesen-FDP-Werbung ins Auge gesprungen: „Chancen. Bildung. BEER!“ Wahrlich ein Dreiklang, der jeder zünftigen Kursfete auf Busemanns Köppel als Motto zur Ehre gereichte. Ich finde, Hessens liberale Kultusministerin Nicola Beer (!) kann stolz sein auf das internationale, englisch geprägte Sprachverständnis ihrer Schutzbefohlenen an den Schulen. Und was den Zusammenhang von Politik und Alkohol angeht: Um die Prozente dreht´s sich in beiden Fällen, oder? Dem müden Wahlkampf könnte ein bisschen Schuss nicht schaden. Alle Parteien haben hier Potenzial für neue Slogans und pfiffige Botschaften. Okay; „Trink, trink, Brüderle, trink“ würde die Grenze zum Kalauer überschreiten. Doch die Piraten sängen überzeugend aus voller Kehle „17 Mann auf des toten Manns Kiste – hehoho und ´ne Buddel volll Rummm!“ Die CDU würde ihre Dortmunder Union bundesweit auf die Reise zum Schwarzbier-Anstich schicken, denn die CSU erzielte bekanntlich ihre stärksten Ergebnisse, als das Erreichen der 0,8 Promille-Grenze noch Einstellungsvoraussetzung für Freistaat-Minister war. Der Vorname „Tarek“ (al Wasir) bedeutet übersetzt „Der Klopfende“ (würde zum Morgen danach passen) oder „Der nächtliche Besucher“. Wie wär´s also mit „Der Tag geht – Tarek kommt!“ und dazu Zylinder, Frack und Stock für den grünen Spitzenkandidaten, der im Foto strammen Schrittes seinem Lieblings-Koalitionspartner entgegen eilt? Dieser würde nach kleiner Namenskorrektur – Arm in Arm mit Heinz Schenk – die Herzen der südhessischen Stammtischwähler im Sturm erobern alsThorsten Schäfer-Bembel, schlägt vor

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