Frischquak aus der Froschperspektive

(Hormon)Stau

- Stau auf der Bergheim/Giflitzer Bahnhofstraße, diese Tage, als mein Hausengel zum Einkaufen fuhr.

Klar, da ist eine Baustelle, „aber ich konnte nicht erkennen, warum an der Zu- und Abfahrt zum tegut in beide Richtungen solche Schlangen standen. Kein Bagger, kein Unfall“, berichtet sie mir. Während des Wartens fiel ihr plötzlich eines auf: An den Lenkrädern der automobilen Versammlung saßen ausschließlich Geschlechtsgenossinnen. Nur Frauen am Steuer, das hätte unsereinem als Erklärung ausgereicht. Mühsam ging´s voran, und im Schneckentempo näherte sich mein Hausengel dem Kristallisationskern des Stillstands - um dann ein Lächeln der Erkenntnis aufzusetzen. Den Damen um sie herum fielen bald die Augen aus dem Kopf – ihr selbst natürlich nicht, berichtet sie mir – angesichts eines Traums von einem Bauarbeiter, der gut gelaunt in der sengenden Sonne seine Arbeit verrichtete. Ganz schön heiß war´s dem, so wie dem Fensterputzer seinerzeit im Cola-Light-Werbespot. „Ich habe ihn mir natürlich nicht so genau angeschaut“, unterstreicht mein Hausengel, „nur so aus den Augenwinkeln, ich musste mich ja aufs Fahren konzentrieren und habe mich köstlich über die anderen amüsiert...“ Auf jeden Fall sei sich dieses Bild von einem Mann aber seiner Wirkung bewusst gewesen, so athletisch gebaut, unbekleidet der braungebrannte Oberkörper – Naturbräune, keine Retorte aus dem Solarium – die sehr kurzen Shorts, der blondgelockte volle Schopf, mühsam gebändigt von einem Stirnband, dessen langes Ende locker über der Schulter hing. Hätte sofort bei den Village People anfangen können. „Wie gesagt, ich habe das nur aus den Augenwinkeln bemerkt, so ganz am Rande bloß...“, versichert sie mir, während in mir Zweifel aufsteigen, ob da alles mit rechten Dingen zuging. Von wegen Bauarbeiter; ein Model ist das, engagiert von Handel, Banken und Dienstleistern im Gewerbegebiet. Aus der Not eine Tugend gemacht. Ein (Hormon)Stau als Event. Das nenne ich Baustellenmarketing! Davon sollte sich der Ramsauer eine Scheibe abschneiden. Statt blödsinnige rote, gelbe und grüne Smileys in endlosen Autobahnbaustellen zu installieren, könnte er knapp bekleidete Arbeitermodels herbei schaffen, die sich auf den Leitplanken räkeln – beiderlei Geschlechts, versteht sich, wegen der Gleichberechtigung.Ideale Bedingungen für einen Testlauf weiblicher Baustellenmodels böte meines Erachtens das Wildunger Scharnier, an dem gerade direkt unter meinem Redaktionsfenster fleißig in der Sommersonne gearbeitet wird. Zum Abkühlen stünde der Kur‑schattenbrunnen bereit, meint

Euer Ederlurch

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