Anfrage an den Bürgermeister im Stadtparlament:

Neuer Hotel-Investor braucht nur das halbe Wildunger Kurhaus-Gelände

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Nach den neuen Infos nicht mehr behelligt: der Park hinterm Kurhaus.

Der neue Hotel-Investor braucht nur noch die Hälfte des Kurhaus-Grundstücks. Das Hotel soll auf dem Fundament der Tiefgarage errichtet werden.

Die Pläne für Wohnanlagen im hinteren Teil des Areals sind vom Tisch. Zum Abriss stünden das Kurhaus selbst und das dazugehörige Therapiehaus. Damit würden weder die Bäume noch die kleine Parkanlage hinter dem Kurhaus behelligt. Die Hälfte des Geländes bliebe demnach im Eigentum der Stadt.

Diese grundlegenden, neuen Infos gab Bürgermeister Ralf Gutheil den Stadtverordneten auf Nachfrage von Thomas Buch (Grüne) bekannt, der etwas hatte läuten hören. „Wann hätten Sie uns denn die neuen Absprachen mitteilen wollen?“, hakte Buch kritisch nach. „Wenn die Vertragsentwürfe zum Verkauf vorliegen“, antwortete der Bürgermeister.

Letter of Intend zum Kurhaus läuft am 31.12. aus

Um diese Auskunft entspann sich eine Diskussion im Parlament, „denn ursprünglich gingen wir ja von einemkompletten Verkauf des Kurhaus-Grundstücks aus“, bemängelte Buch. Dr. Hans Schultheis (Freie Wähler) sprang ihm bei und verwies darauf, dass die Vertragsentwürfe nach bisheriger Aussage des Bürgermeisters Ende Oktober dem Parlament hätten vorgelegt werden sollen.

„Es kam zu Verzögerungen, aber das Letter of Intend läuft erst am 31. Dezember aus, und wir liegen darum im Zeitplan. Ich hoffe, ein Entwurf für einen Kaufvertrag liegt Ende November vor“, hielt Ralf Gutheil entgegen. Das „Letter of Intend“ – eine schriftliche Absichtserklärung – hat die Stadt mit den Projektentwicklern abgeschlossen. Diese erhielten dadurch eine Garantie, dass die Stadt während der Laufzeit des „Letters“ nicht mit anderen etwaigen Interessenten für das Grundstück verhandelt.

Hotelbetreiber sichten Sehenswürdigkeiten der Erlebnisregion Edersee

„Wir haben das Thema doch im Ältestenrat besprochen“, legte der Bürgermeister nach, aber an die genannten Details erinnerten sich weder Schultheis noch Klaus Stützle (Grüne), die als Vorsitzende ihrer Fraktionen an den Sitzungen des Ältestenrates teilnehmen. Dieses inoffizielle Gremium, das aus Magistrat, Parlamentsvorstand und Fraktionsspitzen besteht, dient der Information, der Abstimmung und Vorbereitung von Beratungen in den Politik-Gremien der Stadt. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Edgar Schmal, der dem Rat ebenfalls angehört, stützte die Darstellungsweise des Bürgermeisters. Der Ältestenrat habe mit Ralf Gutheil besprochen, dass dieser die Gespräche mit Projektentwicklern, Investoren und Hotelbetreibern weiterführe.

„Aktuell sind die Hotelbetreiber in der Region unterwegs, um die touristischen Angebote zu sichten, mit denen sie später um Gäste werben wollen“, fügte Ralf Gutheil hinzu. Projektentwickler und Betreiber sind noch immer dieselben Partner, wie von Beginn an. Neu eingestiegen nach der Absage einer Immobilienfirma war vor einigen Monaten der aktuelle Investor.

Zusammengefasst:

– Bis zum 31. Dezember 2019 haben die Projektentwickler des geplanten Hotels auf dem Wildunger Kurhausgelände Zeit, einen Kaufvertrags-Entwurf vorzulegen.

– Der Investor will Kurhaus und zugehöriges Therapiehaus abreißen und das Hotel auf dem Fundament der Kurhaus-Tiefgarage errichten.

– Der Investor braucht dazu nur die Hälfte des Kurhaus-Geländes. Der Rest bliebe städtisches Eigentum. Dazu zählt der kleine Park hinterm Kurhaus mit seinem Baumbestand. Die Pläne für Wohnanlagen auf der Fläche hinterm Kurhaus sind vom Tisch.

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