Bad Wildungen: Haufenweise Fähnchenalarm in Laustraße

Hundekot verärgert Anwohner einmal mehr

+

Bad Wildungen - Es ist ein dicker Hund, zwar uralt, doch bleibt es ewig aktuell: das Thema „Hundekot“. Eine Wimpelparade in der Laustraße erinnert die Wildunger mal wieder daran.

Ein Anwohner hatte am Mittwoch die Nase voll von den stinkenden, schmierigen Hinterlassenschaften. Diverse „Herrchen“ und „Frauchen“ führen ihre liebsten Vierbeiner gezielt zur Grundstückshecke, zu einem frisch angelegten Beet oder den Straßenbäumen vor der Tür, berichtet der Mann. Am Mittwoch waren es so viele auf einmal, dass er das Wildunger Ordnungsamt anrief. Dessen Mitarbeiter hätten schnell reagiert und die Kothaufen mit Wimpeln in knalligen Farben markiert, die gut lesbare Sprüche der Abscheu tragen. Der Altstadtverein und das Ordnungsamt hatten mit dieser Aktion vor zwei Jahren auf das Problem mit dem Hundekot im Fachwerkviertel aufmerksam gemacht. Sogar ein Fernsehteam rollte an und berichtete.

„Das hat gefruchtet, zumindest für eine Weile“, zieht Ordnungsamtsleiter Martin Segeler Bilanz. In einer besonders gern von den Gassi-Gehern genutzten Gasse sei die Zahl der Haufen im Zuge der Fähnchen-Kampagne deutlich zurückgegangen. „Wobei ich beim Nachschauen neulich dachte: Na, es wird wieder mehr“, fügt er hinzu. Die Zeit reift vielleicht für eine Neuauflage in der Altstadt.

Zunächst hofft Segeler aber, dass die aktuellen, auffälligen Appelle in der Laustraße ähnlich gut wirken wie damals im Fachwerk-Quartier. Der Hundekot-gestresste Einwohner aus der Laustraße lobt das rasche Handeln des Ordnungsamtes und die Originalität der Aktion.

Allerdings halten sich seine Erwartungen an die Einsichtsfähigkeit der Zweibeiner am Ende der Leine in Grenzen; nicht zuletzt wegen einer Erfahrung, die er bei einem Sonntagsspaziergang übers Landesgartenschaugelände machte: Ein Paar mit Hund ließ diesen das Geschäft verrichten, sammelte es zunächst vorbildlich in einem roten Tütchen ein – und legte die Masse quasi dekorativ auf einen Stein, statt sie in einen Mülleimer zu entsorgen. Ein Abfallbehälter stand rund 50 Meter entfernt, doch der Weg dorthin war den Hundebesitzern zu weit, beschieden sie Spaziergängern, die sich über das Tütchen auf dem Stein vernehmlich ärgerten. (su)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare