Waldeck: Zurückgehende Einwohnerzahlen verschärfen Probleme in Ortskernen

Ideen gegen den Leerstand gefragt

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Tristesse in vielen Ortskernen: Leerstehende Häuser beeinträchtigen die Wohnqualität beträchtlich. Im Bild der ehemalige Landhandel in Sachsenhausen.Foto: Conny Höhne

Waldeck - Leerstehende Wohnhäuser und verwaiste Grundstücke bieten in vielen Orten ein trostloses Bild. Erschreckend zurückgehende Einwohnerzahlen verschärften das Problem in den nächsten Jahren deutlich.

Bruno Arlt (Grüne) verwies in der jüngsten Parlamentssitzung in der Freienhagener Stadthalle auf einen Rückgang von 872 Einwohnern in elf Jahren (siehe auch Hintergrund-Kasten). „Diese Entwicklung macht mir Angst“, merkte Jürgen Schanner, Fraktionsvorsitzender der Grünen, an.

Um den Wegzug zu stoppen, müsse die Stadt unbedingt versuchen, das Umfeld zu verbessern. Auf Antrag der Grünen wird in Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten ein Kataster von leerstehenden Häusern, Grundstücken und Gewerbeflächen in allen Stadtteilen angelegt. Der Magistrat soll ein Konzept vorlegen, wie dieser Leerstand abgebaut werden kann.

„In den Innenbereichen sind immer mehr leerstehende Häuser und Wohnungen festzustellen - für die Bewohner der anliegenden Häuser verschlechtert sich der Wohnwert erheblich“, begründete Arlt. Eine Bestandsaufnahme der Leerstände soll Basis für weiterführende Maßnahmen sein.

„Wir haben vielleicht ein bisschen zu spät erkannt, wie die Entwicklung aussehen wird“, gab Eberhard Diebel (FWG) zu. Zu der Leerstandsproblematik habe nämlich auch die großzügige Ausweisung von Neubaugebieten beigetragen. Das Kataster allein werde jedoch den Leerstand nicht reduzieren, hier sei auch ein Abriss von Gebäuden nötig. Alarmierend sind die Zahlen auch aus Sicht von Werner Pilger (CDU), allerdings tauchten auch viele Übersiedler bei den Wegzügen auf, die vorübergehend in Wal-deck untergebracht waren, gab er zu bedenken.

Dieter Kiepe (SPD) riet, zunächst die Bestandserfassung abzuwarten: „Wenn die Zahlen vorliegen, können wir geeignete Maßnahmen ergreifen.“ (höh)

Hintergrund

Von Anfang 2002 bis Ende ?2011 schrumpfte die Stadt Waldeck von 7894 auf 7022 Einwohner (minus 11 Prozent). Allein 614 Wegzüge gab es im selben Zeitraum. Das ungleiche Verhältnis zwischen Sterbefällen und Geburten ließ die Zahl der Einwohner in diesen elf Jahren um 258 zurückgehen. Diese Statistik präsentierte Grünen-Abgeordneter Bruno Arlt in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. (höh)

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