Kooperation statt Konfrontations dauert seit 1989 die Devise

In Wildunger Region senken Wasserversorger und Bauern die Nitratwerte

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Grundwasserschutz und Landwirtschaft hängen unmittelbar miteinander zusammen. Wie sich Nitratwerte erfolgreich senken lassen, macht unter anderen der Wildunger Wasserversorger BKW vor.

Bad Wildungen. Der Wildunger Wasserversorger BKW hat den Nitratgehalt im Grundwasser im Griff.

Damit das so bleibt, verlängerte die städtische Tochtergesellschaft gerade ihr langjähriges Beratungsprojekt für die Landwirte der Region bis einschließlich 2020. Die umfassende Gewässerschutzberatung soll ein Überdüngen weitgehend vermeiden. Kooperation statt Konfrontation lautet die Devise der BKW seit den ersten Anfängen 1989. Inzwischen sitzen die Nachbarkommunen Bad Zwesten und Edertal mit im Boot. Das Land unterstützt das Projekt über drei Jahre mit 265 000 Euro.

Mess-Ergebnisse bestätigen die Linie

Die Mess-Ergebnisse geben der BKW Recht. Der „Große Brunnen“ als wichtigste Wildunger Trinkwasserquelle lag 1989 bei 55 Milligramm Nitratgehalt pro Liter. „Der gesetzliche Grenzwert sind 50 Milligramm“, erklärt Geschäftsführer Stefan Tent. Inzwischen weist der Brunnen 42 Milligramm auf. Der durchschnittliche „Rest-Stickstoffgehalt“ in den Böden belief sich 2011 auf 52 Kilogramm pro Hektar. Er ist auf 45 Kilogramm gesunken. Der Wert gibt an, wie viel Nitrat nicht von Pflanzen verwertet wird und zum Mess-Zeitpunkt in der Erde steckt. Abhängig von Faktoren wie Wetter und Bodenbearbeitung wird es ausgewaschen ins Grundwasser.

Nicht nur in Wasserschutzgebieten

Seit 2011 konzentriert sich das Beratungsangebot auf Initiative des Landes und koordiniert vom Regierungspräsidium nicht mehr nur auf Bauern in Wasserschutzgebieten. Das ausführende Ingenieurbüro „Schnittstelle Boden“ aus Ober-Mörlen steht mit Rat und Tat allen interessierten Landwirten in Bad Wildungen, Bad Zwesten und Edertal zur Seite. Die Absicht dahinter: Gewässer- und Grundwasserschutz flächendeckend zu erreichen, denn die natürlichen Wasserspeicher in der Tiefe speisen sich aus unterirdischen Strömungen, die weit über die Grenzen der Schutzgebiete hinaus reichen.

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