Am Beratungs- und Förderzentrum

Inklusionsbibliothek für Waldeck-Frankenberger Schulen in Wildungen eröffnet

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Das Team der Bibliothek freut sich über den offiziellen Start: (vorne von links) Christina Hankel, Eva Schimmelmann und Nadine Paul mit weiteren Verantwortlichen aus BFZ und Fachbehörden.

Spiele, Bücher, Arbeitsblätter, Filme, Hör-CDs, Fachliteratur und vieles mehr: Der Inhalt der Inklusionsbibliothek für den Landkreis Waldeck-Frankenberg ist vielfältig.

Er spiegelt wider, wie der gemeinsame Unterricht, das gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap ganz praktisch in der Schule funktioniert. Ein Jahr nach der Eröffnung des Beratungs- und Förderzentrums (BFZ) in Räumen der Ense-Schule nahm die dazugehörige Bibliothek am Montag offiziell ihre Arbeit im vollen Umfang auf.

„Wir brauchten das erste Jahr, um den Bestand komplett aufzubauen und zu strukturieren“, erklärte Nadine Paul zur Eröffnung. Sie ist im Leitungsteam des BFZ zuständig für die Bibliothek und wird unterstützt von Sekretärin Christina Hankel.

Inklusion im Unterricht durch spezielles Lernmaterial

Die Bibliothekarin Eva Schimmelmann half ehrenamtlich mit ihrem Fachwissen, der Inklusionsbücherei einen professionellen Aufbau zu geben. Sie unterstützt das Team weiterhin. 

Als erste nutzten in den zurückliegenden zwölf Monaten bereits die 75, auf Förderung spezialisierten Lehrkräfte des BFZ die Unterrichtsmaterialien. Ab sofort steht die Bibliothek zu den Öffnungszeiten auch allen Lehrerinnen und Lehrern der 51 staatlichen Regelschulen zur Verfügung.

„Was aus unserem Bestand aktuell verfügbar ist, lässt sich online einsehen“, erläuterte Nadine Paul. Manche Dinge dürfen für zwei bis vier Wochen ausgeliehen werden. Von anderen, etwa Arbeitsblättern, lassen sich Kopien machen. Oder die Pädagoginnen und Pädagogen testen an Ort und Stelle beispielsweise Spiele, die ihre Schule möglicherweise auf Dauer für den eigenen Unterricht anschaffen möchte.

Unterschiede als Vielfalt verstehen

„Unterschiede zwischen Menschen als Vielfalt zu verstehen. Das ist das Ziel der Inklusion in der Bildung“, erklärte Claudia Knublauch, Fachdienstleiterin Schulen beim Landkreis. Die Bibliothek bilde einen wichtigen Baustein dafür. Weitere Impulse würden folgen, darunter eine Diversitäts-Tagung des Landkreises im nächsten Jahr.

Christiane DesBuleux vom Schulamt Fritzlar verwies auf Möglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, sich zum Thema Inklusion fortzubilden. Die Didaktische Werkstatt Frankfurt, die auch eine Außenstelle in Kassel unterhalte, biete sich dafür an.

Besuch von Förderschulen wird seltener

Kinder und Jugendliche mit Handicap besuchen seltener und seltener spezielle Förderschulen. Stattdessen werden sie in Klassen an Grund-, Gesamtschulen, Gymnasien, Real- und Hauptschulen Im Kreise von Mitschülerinnen und -schülern ohne Handicap unterrichtet. 

Um in diesem Rahmen jeweils unterschiedlichen Förderbedarf zu decken, sind die 75 spezialisierten Lehrkräfte des BFZ seit einiger Zeit landkreisweit über die Regelschulen verteilt. 

Ihr Stützpunkt ist organisatorisch die Mathias-Bauer-Schule am Wildunger Breiten Hagen, die allerdings im Dezember 2018 mit ihren BFZ-Räumen ins Obergeschoss der Ense-Schule zog. 

Etwa 1000 Kinder werden betreut

Die 75 Lehrerinnen und Lehrer sind verantwortlich für das inklusive Lernen von 300 Schülerinnen und Schülern. Hinzu kommen weitere etwa 1000 Kinder und Jugendliche, die vorbeugend und in enger Absprache mit den Lehrkräften der jeweiligen Schule betreut und begleitet werden. 

Im BFZ befindet sich auch die Inklusionsbibliothek. Sie hält 1700 Medien für die Klassen eins bis zehn vor. Das Material orientiert sich am Unterrichtsstoff der Regelschule. Es ermöglicht abwechslungsreiches, intensives, individuell am Förderbedarf ausgerichtetes Üben und Wiederholen von Lernstoff.

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