Aktualisierte Pläne von Mehrheit in Magistrat und Ältestenrat wohlwollend aufgenommen

Investoren des geplanten Hotels auf dem Wildunger Kurhausareal weiter anonym

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Ein Hotelkomplex mit stufenartig zurückgesetzten Etagen und einer Fassade aus Holz, Stahl und viel Glas soll laut aktuellen Plänen mit einer Höhe von 17 Metern auf dem Areal des heutigen Kurhauses entstehen.

Bad Wildungen. Die Investoren des in der Stadt umstrittenen Hotelprojekts auf dem Kurhausgelände haben sich zum vereinbarten Termin Anfang der Woche wieder nicht vorgestellt.

Der Ältestenrat, bestehend im Wesentlichen aus den Vorsitzenden der Stadtverordnetenfraktionen, zeigte sich irritiert in seiner gemeinsam mit dem Magistrat abgehaltenen Sitzung. „Das hätte man sicher anders regeln können“, kommentiert Stadtverordnetenvorsteher Dr. Edgar Schmal den Umstand, dass die Terminabsage der Investoren erst zum Beginn des Treffens offenbar wurde.

Dass die Geldgeber des Projekts ihr persönliches Erscheinen erneut hinaus zögern und weiterhin weder der Bürgermeister noch der Magistrat, die Verwaltung oder Stadtverordnete ihre Namen kennen, befeuert die Skepsis der Gegner. Zuletzt hatte die ehemalige Bürgermeisterkandidatin Christine Hedrich ihre Zweifel untermauert, dass die Investoren tatsächlich existierten.

Projektentwickler Michael Quast und Architektin Margarita Drnec-Schmidt vom Büro „plannquadrat“ erläuterten die Gründe für die Entscheidung der Kapitalgeber, berichtet Bürgermeister Volker Zimmermann (siehe „Hintergrund“).

Sie präsentierten die aktualisierten Pläne für das Hotelvorhaben und diese „wurden vom Ältestenrat und dem Magistrat in großer Mehrheit positiv aufgenommen“, sagt Zimmermann. Edgar Schmal präzisiert: „Ob am Ende aus dem Projekt etwas wird, wird sich zeigen, aber hier bringt endlich jemand eigene Ideen, eigene Arbeit und eigenes Geld ein, kein städtisches.“

Die Fassade sei geprägt von Holz, Stahl und viel Glas, beschreibt der Bürgermeister wesentliche Elemente. Das Gebäude nehme etwa ein Drittel der Grundstücksfläche von 16 000 Quadratmetern ein. Bei einer Höhe von 17 Metern füge sich der Komplex in die Nachbarschaft ein und bleibe wahrscheinlich sogar unter dem Niveau des Pflege- und Betreuungszentrum Waldeck. Das bestehende Kurhaus erreiche im Sektor der beiden Säle eine größere Höhe, fügt Zimmermann hinzu.

Zudem springe die Fassade des geplanten Hotels von Etage zu Etage nach hinten zurück. Die Gegner der Pläne an diesem Standort gingen bisher von 22 bis 23 Metern Gebäudehöhe aus.

„Die Planer haben die Kritik an den ersten Entwürfen aufgegriffen und eingearbeitet“, stellt Edgar Schmal fest. Gleichwohl entstünde mit dem Hotel ein massives Gebäude an der Straße. Die historische Situation um 1900 mit dem „Europäischen Hof“ an der Straße und dem alten Kurhaus daneben, aber um 20 Meter nach hinten versetzt, sei für diesen zu erwartenden Eindruck nicht von Belang.

Zwei Privatpersonen wollen das Geld geben

Zwei Privatpersonen, keine institutionellen Anleger, wollen in das Hotelprojekt investieren, besagen die in der Ältestenratssitzung gegebenen Informationen. Die Kapitalgeber seien sich mit dem Betreiber, der Brendal-Hotelgruppe, über die Konditionen des Pachtvertrages einig. Ihre persönliche Vorstellung in Bad Wildungen hätten sie ein weiteres Mal verschoben, weil für die Verwirklichung des Vorhabens noch zwei wesentliche Fragen der Bau-Organisation geklärt werden müssten, berichtet Bürgermeister Volker Zimmermann. „Die Abbrucharbeiten am Kurhaus wurden ausgeschrieben, aber bisher gab nur ein Unternehmen ein Angebot ab“, sagt er. Die Kapitalgeber wollten durch eine Vergleichsofferte Sicherheit gewinnen sowohl über Kosten als auch über Terminfragen. Außerdem wollten sie mit einem bestimmten Generalunternehmer das Hotel bauen. Ob dieser die nötigen Kapazitäten bereit stellen und welche er Fristen garantieren könne, lasse sich erst klären, wenn die Fragen des Abrisses geklärt seien . Wie viele Wochen diese Vorbereitungsphase des Projekts noch in Anspruch nimmt, weiß bis zur Stunde niemand.

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