„Goldwelten-Claim“ im ehemaligen Kieswerk Oppermann in Mehlen eröffnet

Auf der Jagd nach dem Edergold

Der Goldwelten-Claim in Mehlen auf dem Weg zum Publikumsmagneten, hier bei der Eröffnung unter anderen mit Edertals Bürgermeister Klaus Gier. Fotos: Minke

Edertal-Mehlen - Ein Hauch von Goldgräberfieber auf dem Gelände des ehemaligen Kieswerks Oppermann in Mehlen: Im „Goldwelten-Claim“ können Jung und Alt ihr Glück versuchen auf der Jagd nach dem Edergold.

Das Angebot „Goldwaschen“ entwickelt sich nach den Worten von Norbert Panek, Leiter des Geoparks „GrenzWelten“, zum kleinen Publikumsmagnet. Bis zu 600 Gäste jährlich nahmen bisher an den Goldwaschkursen nahe der Mehlener Ederbrücke teil.

Guter Grund für den Betreiber der Goldwaschschule, Diplomgeologe Veit-Enno Hoffmann, über eine Erweiterung dieser Attraktion nachzudenken. Im Sommer 2014 eröffnete er auf dem früheren Kiesabbau-Gelände Oppermann (bis 1998) seinen Goldwelten-Claim mit Verkaufsstelle und Ausstellungsraum. An vier extra angelegten Waschteichen können angehende Goldgräber (ab sofort auch in größeren Gruppen) nach dem begehrten Edelmetall schürfen. Kinder haben zudem die Möglichkeit, im Ederkies nach Edelsteinen zu suchen und diese zu schleifen und zu polieren.

Vervollständigt wird der Claim nunmehr durch interessante Informationen zum Kiesabbau, zur langen Geschichte der Goldgewinnung im Edertal sowie zum Geopark GrenzWelten. In einem kleinen Ausstellungsraum geben acht großformatige Text-/Bild-Tafeln entsprechende Hinweise.

Höhepunkt des Goldrauschs an der Eder war 1832 ein Versuch, in größerem Maßstab in dem Fluss Gold zu waschen. Die Firma mit immerhin 60 Arbeitern musste allerdings drei Jahre nach Gründung ihren Betrieb einstellen. Norbert Panek: „Sie haben damals die falsche Methode angewandt.“

Ergänzt wird die Galerie der Info-Tafeln durch verschiedene Kies-Gerölle, die in der Eder-Aue abgebaut wurden. Das Projektbüro des Geoparks hat die Ausstellung konzipiert und finanziert. Geoplaner Dr. Marc Müllenhoff (Korbach) hat sie gestalterisch umgesetzt.

Geopark-Leiter Panek hofft, dass der Info-Punkt an der Eder auch als Ausgangspunkt für weitere touristische Aktivitäten genutzt wird. In Zusammenarbeit mit der Naturschutzbund-Ortsgruppe Edertal konnte bereits ein Faltblatt mit einem Wandervorschlag herausgegeben werden: „Durch ein Naturparadies zum Storchenhorst.“ Startpunkt der Strecke, die über verschiedene Stationen durch die Eder-Aue zum Weißstorch-Brutplatz bei Giflitz führt, ist der Goldwelten-Claim.

Hier einige Stimmen zu dem Projekt, bei dem es nach Aufbau und Anlauf in 2014 im nächsten Jahr so richtig losgehen soll. „Ausgesprochen dankbar für die beispielhafte Idee“ ist Edertals Bürgermeister Klaus Gier. Willi Werner von der Firma Oppermann ist gleichfalls begeistert über das Unterfangen: „Wir tun alles zur Unterstützung.“ „Eine gute Sache, ein tolles Angebot“, auch Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee-Touristic, sicherte seine Unterstützung zu.

Nächster Schritt müsste sein, diese ungewöhnliche Adresse besser bekannt zu machen. Bisher weist an der Mehlener Ortsdurchfahrt Richtung Buhlen ein Stück vor der Ederbrücke nur ein unscheinbares Schild auf die Zufahrt zum früheren Oppermann-Werk hin. Ein Hinweis auf das Goldgräbercamp fehlt vollkommen.

Ideen zur besseren Vermarktung hat Veit-Enno Hoffmann etliche. So könnte der „Claim“ außerschulischer Bildungsort werden. Hoffmann will ferner Reha-Kliniken in Bad Wildungen auf die Möglichkeit aufmerksam machen, Ausflugsfahrten zum Edergold zu veranstalten. Selbst Imbisse könnten die Werbetrommel rühren - durch Verkauf von „Currywurst mit Goldstaub“.

Bis Ende Oktober ist das Camp noch geöffnet, täglich (außer Mittwoch) von 10 bis 18 Uhr. Von Jürgen Minke

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