Edersee: DLRG leistet 2011 wegen Wassermangels 4000 Wachstunden weniger

Ein Jahr für Schlickschlitten statt Booten

- Edersee. „Die Motivation wurde im vergangenen Jahr auf eine harte Probe gestellt“, sagte Klaus Schultze, Leiter der DLRG an Eder-, Twiste- und Diemelsee, bei der „Drei-Seen-Konferenz“ am Samstag in der Waldecker Bucht.

Schlickschlitten statt Boot fahren wäre am Edersee angesagt gewesen, frotzelte Berthold Schreiber, Vöhler Stadtbrandinspektor, bei der traditionellen Zusammenkunft der heimischen Deutschen Lebensrettungsgesellschaft mit ihren Partnern. Schultze verglich vielsagend das schon sehr trockene Jahr 2003 – „damals hatten wir im Juli acht Meter unter Vollstau“ – mit dem vergangenen Sommer: 17 Meter unter Vollstau im Juli.

Zur harten Motivationsprobe für die Helfer am Edersee wurde 2011 aber nicht etwa aus Langeweile, sondern weil sie als Blitzableiter dienten, wie Gerd Paulus von der Wasserschutzpolizei berichtete: „Die Leute riefen bei uns an und beschwerten sich heftig über den Wasserstand. Sie seien schließlich wegen des Wassersports hergekommen.“ Dass Polizei oder DLRG dafür die falschen Ansprechpartner sind, drang in vielen Fällen erst nach einer gewissen Weile zu den Wütenden durch. Gestrandete Boote Dem steht bei der DLRG am Edersee eine sprunghaft gestiegene Zahl von technischen Hilfeleistungen gegenüber, schilderte Schultze. Grund: „Segelboote strandeten auf Untiefen.“ Außerdem half die DLRG zum Ende der kurzen Segelsaison vielen Bootseignern, ihre guten Stücke an schlechter zugänglichen Stellen aus dem Wasser zu holen. Entkräftete Triathleten Schwimmer zählten wegen des trockenen Jahres seltener zu den Klienten der DLRG.

Ausnahme war der Edersee-Triathlon, bei dem wegen des schlechten, kühlen Wetters rund ein Dutzend Teilnehmer entkräftet aus dem Wasser gezogen werden mussten, wo es in normalen Jahren nicht einmal eine Hand voll sind. Viermal mussten die professionellen Helfer an Eder-, Twiste- und Diemelsee zur „Rettung aus Lebensgefahr“ anrücken. Hinter der Formulierung stecken gekenterte Segler, die unters umgedrehte Boot geraten. „Eigentlich keine Situation, in der einem so schnell die Luft ausgeht, aber viele geraten in Panik“, erklärte Schultze. Umso unverständlicher erscheine es, dass unter solchen Havarierten welche sind, die in geliehenen Booten unterwegs waren, die ihre Schwimmwesten im Staufach liegen gelassen hatten – und obendrein nicht schwimmen konnten.

Mehr in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 30. Januar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare