Gebürtige Wildungerin Hildegard Barnett und Vernon feiern Diamantene Hochzeit

60 Jahre deutsch-amerikanische Liebe

Bad Wildungen/Pensacola - Im fernen Pensacola, Florida, feiern am Donnerstag (22.3.) Vernon L. Barnett und seine Frau Hildegard ihre Diamantene Hochzeit. Was das mit der Badestadt zu tun hat? Eine Menge, denn Hildegard ist eine geborene Sachse aus Wildungen.

Ihre Schwester Waltraud Richter gehört seit Jahrzehnten der Wildunger FWG an und engagierte sich viele Jahre lang unter anderem als Stadtverordnete in der Kommunalpolitik. "Viele ältere Wildunger erinnern sich bestimmt an die Lovestory zwischen meiner damals 19-jährigen Schwester und dem US-amerikanischen Sergeant Vernon Barnett", meint sie. Die zwei hätten in der Badestadt sieben Jahre nach Kriegsende einander und damit ihre große Liebe gefunden.

Start mit Hindernissen

Ein Start nicht ohne Hindernisse, wie ein heiterer Bericht in der Waldeckischen Landeszeitung vom Polterabend damals bezeugte. Nach altem deutschen Brauch zerschlugen die eingeladenen Gäste ordentlich Porzellan und selbstverständlich half der angehende Bräutigam beim Zusammenkehren der Scherben. Das interpretierte die amerikanische Militärpolizei ganz falsch. Sie rückte an, kassierte den jungen Soldaten ein und nahm ihn mit zum Verhör. Erst eine geraume Zeit später klärte sich im Gespräch das Missverständnis auf und der junge Mann kehrte in die Arme seiner Braut zurück. "Es war meines Wissens die erste deutsch-amerikanische Hochzeit in Bad Wildungen", erinnert sich die in Wildungen lebende Schwester heute. Hildegard habe schon damals sehr gut Englisch sprechen können, obwohl sie es in der Schule nicht in größerem Umfang gelernt hatte.

Herzliches Lebewohl

In der Landeszeitung vom 22. März gaben die Brautleute ihre Vermählung bekannt unter den Ortsangaben Bad Wildungen und Summerdale/Alabama, wo die Eltern des junge Soldaten lebten. Kein halbes Jahr später, im August, annoncierte Hildegard Barnett nochmals in der Heimatzeitung: "Meiner lieben Heimatstadt Bad Wildungen, allen Verwandten, Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl!" Es ging über den großen Teich in ihre neue Heimat.

Wo sich die junge, gebürtige Wildungerin an der Seite ihres Mannes trotz vieler Momente der Sehnsucht einlebte. "Meine Schwester hatte manchmal wahnsinnig Heimweh", erzählt Waltraud Richter. Besonders in der Einsamkeit von Alabama während der ersten Jahre war das so.

Doch Hildegard fügte sich in ihre neue Familie ein, gewöhnte sich an ein völlig anderes Klima und neue Bräuche.. Vier Kinder, zwei Mädchen und zwei Jungen, gingen aus der Ehe hervor. Nach dem Umzug nach Florida begann sie auch außerhalb der Familie wieder zu arbeiten, als Drogistin.

Lebhafter Besuchsverkehr

Immer wieder kehrte Hildegard Barnett im Laufe der Jahre in ihre Heimatstadt Bad Wildungen zurück und nahm dann oft eines ihrer Kinder mit. Zuletzt besuchte sie ihre Schwester vor drei Jahren. "Ich selbst versuche nach Möglichkeit, alle zwei Jahre nach Florida zu fliegen", fügt Waltraud Richter hinzu. Die Mutter der beiden steuerte selbst ebenfalls regelmäßig Florida an und reiste sogar mit 80 Jahre noch allein in den sonnigen amerikanischen Süden. Ihre Tochter unterhielt mit ihrem Mann einen großen Garten, in dem Vernon Barnett neben seinem Beruf arbeitete und aus dem sich die Familie zu einem großen Teil selbst versorgte, dank Hildegards Kochkunst.

Zur Goldenen Hochzeit vor zehn Jahren erinnerten sich die Kinder daran, wie sie ein für heutige Verhältnisse zwar einfaches, aber glückliches Leben führten. So teilten sie sich ein Fahrrad und trieben Schabernack auf den Angelausflügen der Familie. Zu Ehrentag heute gratulieren neben den Söhnen und Töchtern sieben Enkel und drei Urenkel dem Diamantpaar.

Die Bande zwischen den Familien in Florida und Nordhessen sind trotz der großen Entfernungen eng. Die jüngere Generation ist längst einbezogen. "Ich besuche meiner Schwester gerne in Begleitung meiner Enkelin", berichtet Waltraud Richter. Der älteste Enkel ihrer Schwester dient bei der Air Force und war bis vor kurzem in Deutschland eingesetzt.

"Vor 14 Tagen hat er uns besucht und sich sofort die Stadtkirche angeschaut. Dort wurden seine Großeltern vor 60 Jahren getraut." Nun sei der junge Mann nach Washington zurückgekehrt, wo er stationiert ist.

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