Edertal: Nationalpark als Verpächter hat Kündigungsrecht wahrgenommen

Jausenstation vor endgültigem Aus

+

- Edertal-Hemfurth (su) Seit mehr als drei Jahrzehnten ist sie Anlauf-stelle für Wanderer, doch der Tod des Pächters Karl Bergmann im Frühjahr hat alles verändert. Die Jausenstation auf dem Peterskopf steht vor dem endgültigen Aus.

Obwohl Thomas Cornelius das Erbe seines Vaters nicht nur im Hotel Bergmann angetreten hat, sondern es auch in der Hütte neben dem Speicherbecken antreten will. Die Nationalparkverwaltung und die Liegenschaftsabteilung von Hessen-Forst winken allerdings ab.Die hessische Forstverwaltung hat 1980 das Gelände von der damaligen Preußen-Elektra gepachtet, deren Rechtsnachfolgerin die Eon ist. Sogleich verpachtete Hessen-Forst das Areal an Karl Bergmann weiter. Dieser zweite Vertrag sieht Sonderkündigungsrechte vor, unter anderem für den Fall, dass der Pächter stirbt. Spätestens sechs Monate nach Bergmanns Tod und mit vierteljährlicher Kündigungsfrist zum Ende des Pachtjahres musste dieser Schritt erfolgen. Ende August handelte die Nationalparkverwaltung, schickte die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein an Thomas Cornelius.Sorge um Rückbaukosten Warum? Diese Frage stellt sich nicht allein Cornelius, sondern auch Edertals Bürgermeister Wolfgang Gottschalk. Die heimische Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg richtete bereits im August eine Parlamentsanfrage an die zuständige Landwirtschafts- und Umweltministerin Lucia Puttrich.

Zwei zentrale Gründe haben laut Jutta Seuring vom Nationalparkamt zu der Entscheidung geführt: „Die Liegenschaftsab-teilung von Hessen-Forst wollte sichergehen, dass sie nicht auf den Kosten für Rückbau und Entsorgung der Hütte sitzen bleibt.“ Wegen der 1980 verwendeten Holzschutzmittel und Baustoffe (Asbest) könnten diese relativ hoch ausfallen, lautet die Sorge der Beamten. Würde die Verwaltung ihr Sonderkündigungsrecht nicht nutzen und vertragsgemäß vom Erben des Pächters den Abriss verlangen, könnte sie sich später deshalb ein strenges Wort vom Landesrechnungshof einfangen, steht als Überlegung dahinter. Thomas Cornelius hat dafür kein Verständnis, „schließlich liegt der Verwaltung noch aus der Zeit meines Vaters eine Bankbürgschaft vor.“

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Donnerstag, 29. Dezember

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare