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Jetzt ist der Abriss des Kurhauses Bad Wildungen sicher

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Von: Matthias Schuldt

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Das Kurhaus Bad Wildungen in seiner Entstehung vor 40 Jahren. Nun naht das sichere Ende.
Das Kurhaus in seiner Entstehung vor 40 Jahren. Nun naht das sichere Ende. © Archiv/pr

„Ich bin für den Erhalt des Kurhauses angetreten, aber es ist unsanierbar“, sagt der Bad Wildunger Unternehmer Matthias Flemming.

Bad Wildungen – Am Abriss führe kein Weg vorbei. Mit renommierten heimischen Fachfirmen und möglichen Bauträgern habe er gemeinsam mit der Stadtverwaltung um Bürgermeister Ralf Gutheil die Realisierungschance seines Projektes geprüft. „Es hat sich als illusorisch erwiesen“, sagt er. Zu alt, zu überholt seien sämtliche technischen Anlagen. Es wäre sogar um mehrere Millionen Euro günstiger, das Gebäude abzureißen und exakt so wieder aufzubauen, wie es war.

Der Bürgermeister überbrachte die Botschaft dem Finanzausschuss am Mittwochabend. „Dem letzten Kurhaus-Erhalter muss jetzt klar sein, dass es nicht zu erhalten ist“, unterstrich Marc Vaupel (CDU). Regina Preysing (Linke) versuchte gegenzuhalten: „Natürlich kann man so ein kulturelles Angebot nicht wirtschaftlich betreiben. Das klappt beim Heloponte II auch nicht.“ Eben das sei das Problem, konterte Vaupel: „Die Stadt hat nicht das Geld für noch so ein teures, defizitäres Vorhaben.“

Ein Kaufinteressent für das Gelände des Kurhauses Bad Wildungen bleibt übrig

Nach Flemmings Rückzug verblieben theoretisch zwei Kaufinteressenten, doch einer brachte auf den letzten Drücker so vage Unterlagen zu Referenzen und finanziellen Möglichkeiten bei, dass nach einhelliger Auffassung des Ausschusses nur ein Interessent in Frage kommt; ein Berlinger Unternehmen.. „Es ist seit 30 Jahren am Markt“, unterstrich Rainer Paulus (SPD). Ein Wirtschaftsprüfer habe bestätigt, dass es in der Lage sei, das Projekt auf dem Kurhaus-Areal zu verwirklichen: eine Einrichtung für betreutes Seniorenwohnen und eine Bildungsakademie.

Viele Fragen dazu sind aber offen, etwa zur Architektur oder dazu, ob weitere Angebote für die jüngeren Generationen integriert werden können, wie einige Stimmen im Ausschuss verlangten. Darum verabschiedete der Ausschuss keine Empfehlung an die Stadtverordneten für einen Beschluss. Am 10. Oktober steht der Punkt auf deren Tagesordnung. Bis dahin haben die Fraktionen Zeit zur internen Beratung. „Zuschlag für das Berliner Unternehmen oder Neuausschreibung – das ist die Frage“, meinte Vaupel. Unter den Ausschussmitgliedern zumindest zeichnete sich zwischen den Zeilen, abseits der offiziellen Debatte, eine Entscheidung für eine Zusammenarbeit mit dem Berliner Unternehmen ab. (Matthias Schuldt)

Ursprünglich gab es vier Ideen für Projekte auf dem Gelände des Kurhauses Bad Wildungen.

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