Bad Wildungen: Bürgerverein schneidet Schwedenschanze frei

Kahlschlag am Dickicht

Vor dem Arbeitseinsatz und danach – fünf Stunden benötigten die 25 Helfer, bis die Schwedenschanze wieder von Gestrüpp und Aufwuchs freigeschnitten war. (Fotos: pr)

Bad Wildungen - Der Altwildunger Bürgerverein legte den kompletten Wall der Schwedenschanze wieder frei. Knapp fünf Stunden benötigten die 25 Helfer für den radikalen Rückschnitt an Busemanns Köppel.

„Die Gesamtanlage war durch den Bewuchs kaum noch wahrzunehmen, der Erdwall dieses historischen Bauwerks wuchs immer mehr ein“, sagte der Vorsitzende des Bürgervereins, Lars Kentel, zum Hintergrund der Aktion. Mit Astscheren und Sägen rückten die Helfer zum Kahlschnitt an die Schwedenschanze aus.

Der Wall stammt aus dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) und erinnert an ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte. Die schwedische Armee unter General Banér schlug im Sommer 1640 ihr Lager auf. In Erwartung einer Entscheidungsschlacht mit den kaiserlichen Soldaten in Fritzlar wurden elf Schanzen um Niederwildungen errichtet und die Stadtmauer um ein beträchtliches Stück erhöht.

Kriegshandlungen, aber auch die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen waren damals nicht nur für Wildungen und das gesamte Umland fatal, sondern die Feldzüge und Schlachten entvölkerten ganze Landstriche. Nach erheblichen wirtschaftlichen Rückschlägen und sozialen Folgen benötigten einige vom Krieg betroffene Territorien mehr als ein Jahrhundert, um sich von den Folgen zu erholen. (höh)

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