Rückblick auf Großveranstaltung

2006: Kaltstart ins Wildunger Landesgartenschau-Jahr

Erinnerungen ans Landesgartenschaujahr (von links oben nach rechts unten): Aqua-Choros, Kleingärten, Publikum an den Themengärten, die erste Wandelhallenschau „Vom Eise befreit“ und Szene von der Eröffnung.
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Erinnerungen ans Landesgartenschaujahr (von links oben nach rechts unten): Aqua-Choros, Kleingärten, Publikum an den Themengärten, die erste Wandelhallenschau „Vom Eise befreit“ und Szene von der Eröffnung.

Vor 15 Jahren war Bad Wildungen Gastgeberin der Landesgartenschau. Die Veranstaltung hat das Erscheinungsbild der Stadt dauerhaft positiv verändert. Der Start war aber schwierig.

Bad Wildungen – Viele in Bad Wildungen werden sich daran erinnern, dass Petrus ausgerechnet im Landesgartenschau-Jahr 2006 die Kurstadt im Stich ließ, die dem lange und liebevoll vorbereiteten Großereignis entgegenfieberte. Auf 18 Hektar Fläche zwischen Königsquelle und Wildunger Wandelhalle mit eigenen Projekten in jedem Stadtteil hatte die Stadt nachhaltig ihr Erscheinungsbild verändert.

Die Umgestaltung von Wilde- und Bornebachtal – verbunden durch den neuen Quellentunnel im Riesendamm – komplettierte einen städtischen Grünzug vom östlichen Stadteingang bis nach Reinhardshausen: Europas größten Kurpark.

Landesgartenschaugelände: Grünzug als Verkehrsader

Zugleich bietet er heute Radlern und Fußgängern die Möglichkeit, abseits des motorisierten Verkehrs schnell Entfernungen in der Stadt zu überwinden. Der Bornebachspielplatz, der inzwischen allerdings sanierungsbedürftige Schul-Sportplatz, die Themengärten mit der Sonnentreppe, der 2020/21 frisch reparierte Aqua-Choros oder die Kleingärten zählen zu den Errungenschaften, die das veränderte Stadtbild in diesem Bereich prägen.

Die Stadt investierte 3,2 Millionen Euro, das Land 3,1 Millionen Euro und der Landkreis 500 000 Euro. Außerdem bewilligte das Land 3,8 Millionen Euro an Zuschüssen für die Verkehrsinfrastruktur.

440 000 Gäste kamen zur Landesgartenschau Bad Wildungen 2006

Für die Durchführung der Landesgartenschau selbst kalkulierte die Stadt im Rahmen der eigens gegründeten GmbH mit Geschäftsführer Hans-Jürgen Kramer mit 4,4 Millionen Euro. Das Defizit fiel am Ende mit rund 650 000 Euro höher aus als erwartet, denn der verlängerte Winter und ein kühles, feuchtes Frühjahr drückten auf die Gästezahlen. Statt der erhofften 600 000 Besucherinnen und Besucher zwischen dem 15. April und dem 3. Oktober kamen knapp 440 000.

Am 22. April 2006 eröffneten Ministerpräsident Roland Koch und der Wildunger Bürgermeister Reinhard Grieneisen an der Königsquelle die Landesgartenschau. Eine Woche zuvor hatte Grieneisen mit Umweltminister Wilhelm Dietzel in einer kleinen Zeremonie die ersten Schaulustigen auf dem Gelände begrüßt.

Sonderschauen in der Wildunger Wandelhalle wichtig in einem kühlen Frühjahr

Von Blütenpracht im Freigelände war jedoch wegen der Wetterbedingungen zunächst nicht viel zu entdecken. Allein Stiefmütterchen hielten in den ersten Wochen das Banner der Blumen hoch. Dabei hatten 15 Gärtnereien in der Vorbereitungszeit alles gegeben, um 18 500 Frühjahrsblüher auf den Flächen anzusiedeln.

Umso wichtiger während dieser Startphase waren die Schauen in der damals noch nicht umgebauten Wildunger Wandelhalle. 15 gärtnerische Sonderausstellungen stießen dort im Lauf des halben Jahres Landesgartenschau auf große Resonanz beim Publikum. Ein umfangreiches Kulturprogramm mit viel Musik und dauerhaften Installationen tröstete außerdem über Wetterunbilden hinweg.

Landesgartenschaujahr voller Wetterkapriolen

Bis Juni mussten sich alle gedulden, bevor die Natur bei steigenden Temperaturen auch auf dem Landesgartenschaugelände durchstartete. In der Bilanz rund 14 Tage nach dem Ende der Gartenschau sprach man außer vom Spätwinter und vom nass-kühlen Frühjahr von einem „viel zu heißen Juli und einem nicht optimalen August“. Im September wurde es noch richtig schön, sodass er zum besucherstärksten Monat avancierte.

Am Schluss waren sich die Verantwortlichen einig: Die hohen Investitionssummen und die Unterhaltungskosten für das Gelände sind gerechtfertigt. Denn das Landesgartenschau-Areal wirkt sich auf die Lebensqualität in der Stadt auf Dauer positiv aus. (Matthias Schuldt)

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