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Bad Wildungen: Kaum Notversorgung mit Wasser möglich

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Wichtigstes Lebensmittel: Wasser in einer Wildunger Versorgungsanlage.
Alltag, der schnell vorüber ist bei einem Blackout: Wasser in einer Wildunger Versorgungsanlage. © BKW/pr

Ohne Nahrung hält der Mensch mehrere Tage bis hin zu Wochen durch. Ohne Wasser zum Trinken überlebt er maximal drei Tage. Einer Notversorgung mit Trinkwasser gilt daher höchste Priorität, wenn die technischen Versorgungssysteme der modernen Gesellschaft ausfallen, macht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) deutlich.

Bad Wildungen/Edertal/Waldeck –Welche Möglichkeiten haben die Wassermeister aktuell an der Basis, wenn beispielsweise ein großer Blackout Realität wird?

In Bad Wildungen sehr geringe, erklärt Stefan Tent, Bereichsleiter der Wassersparte der städtischen BKW: „Ohne Strom liefert das Netz noch rund 24 Stunden Trinkwasser.“ Danach seien die Hochbehälter leer gelaufen und könnten ohne Pumpen nicht nachgefüllt werden.

Notstromaggregate böten eine gewisse Absicherung. Zwei bis drei solcher Geräte würde die Badestadt nach Einschätzung Tents benötigen, um eine Notversorgung über gewisse Zeit zu leisten: „Die Geräte hätten eine beträchtliche Größe, wären nur per Lkw zu transportieren und rund 300 000 Euro pro Aggregat teuer.“ Hinzu kämen über die Jahre weitere Kosten für regelmäßige Wartung. Ein Diesel-Lager für sie müsste zu den Vorkehrungen gehören. Tent ergänzt, er habe das Thema in der Vergangenheit in Wildunger Politikgremien in seinen Berichten schon mal angeschnitten. Zu ausführlicheren Beratungen oder zu Entscheidungen kam es nicht.

Allein in Albertshausen ist ein kleineres Notstromaggregat stationiert. Es sei auf Initiative des Kreisbrandinspektors vor einigen Jahren mit Blick auf verbesserten Brandschutz angeschafft worden. Der Nutzen für die Trinkwasserversorgung falle begrenzt aus, da Albertshausen an das Reinhardshäuser Netz angeschlossen ist. Fällt es aus, fällt auch das benachbarte Dorf quasi trocken. In sehr begrenztem Umfang stünden im Fall des Falles einige gefasste Quellen zur Verfügung, deren Wasser ohne Pumpen über natürliches Gefälle in Hochbehälter läuft. „In der Kernstadt handelt es sich um drei Quellen, die dem Hochbehälter Waldhaus zufließen“, erklärt Tent.

Armsfeld weise zwei solcher Quellen auf, Hundsdorf nach dem Schließen einer Quelle noch eine und Bergfreiheit ebenfalls eine. Aber: die geschüttete Menge reiche bei Weitem nicht aus, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken, weder in den genannten Dörfern noch erst recht für die Gesamtstadt. Und: das Trinkwasser wird per UV-Strahlung entkeimt. Diese Anlagen arbeiten nicht ohne Strom.

Vergleichbar verhält es sich in Waldeck. In Dehringhausen und Netze gebe es Quellen, die per natürlichem Gefälle Hochbehälter auch ohne Stromzufuhr füllen. „Man könnte durch ein Standrohr eine öffentliche Zapfstelle schaffen oder die DGHs öffnen, damit sich die Menschen dieses Wasser holen können“, erklärt Wassermeister Andreas Mertens.

Edertals Bauamtsleiter Alexander Paul kann mit so einer Möglichkeit für die Großgemeinde nicht dienen. Aber: Zumindest existieren zwei gefasste Heilquellen, die ohne technische Unterstützung trinkbares Wasser spenden. Die eine befindet sich in Kleinern, die zweite im Wald von Bergheim.

Von Matthias Schuldt

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