Wildunger Aktion für Chancengleichheit und Hilfestellung (WACH) unterstützt Betroffene

Keine Angst vor Alter und Demenz

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Wildunger Aktion für Chancengleichheit und Hilfestellung (WACH); von links Sabine Schuldt (Asklepios), Annette Lambertz (Sozialamt), Oliver Degenhardt (Betreuungszentrum Waldeck), Bürgermeister Volker Zimmermann, Elke Willenbacher (Treffpunkt), Bettina Grien­eisen (Diakoniegesellschaft), Renate Hinse (Sozialamt), Maddalena Schützenmeister (Mehrgenerationenhaus), Andreas Mardorf (Pflegeheim Christkönig, Edith Dressler (Pflegebegleiterin). Im Bild fehlt Gabi Asdorf vom Roten Kreuz.Foto: Höhne

Bad Wildungen - Älterwerden, Pflege und Demenz - das sind Themen, die in Zeiten des demografischen Wandels zunehmend mehr Menschen bewegen. Die Wildunger Aktion für Chancengleichheit und Hilfestellung (WACH) will Betroffene unterstützen und informieren. Die Arbeitsgemeinschaft ist aus dem 2013 gegründeten Netzwerk „Leben mit Demenz“ hervorgegangen.

„Dieses Thema kann die Kommune allein nicht bewältigen“, stellt Bürgermeister Volker Zimmermann klar. Auf Einladung des Sozialamts arbeiten seit 2012 Fachleute von verschiedenen Bad Wildunger Organisationen und Einrichtungen am runden Tisch, um Angebote für Erkrankte und Angehörige zu schaffen. Pflege- und Seniorenheime, Treffpunkt, Mehrgenerationenhaus, Asklepios-Bildungszentrum und Seniorenbeirat schlossen sich 2013 zu einem Netzwerk zusammen.

„Bündelung von Kompetenzen“

Daraus ging die AG WACH hervor. „Wir wollen die Betroffenen aus ihrer Isolation führen, der Hilflosigkeit von Angehörigen entgegenwirken und individuelle Unterstützungsangebote anbieten“, kündigt Sozialamtsleiterin Renate Hinse an. Ihre Kollegin Annette Lambertz hat die Probleme in der wachsenden Bevölkerungsgruppe der Senioren im Blick: „Wir wollen dem Älterwerden und der Demenz den Schrecken nehmen und offensiv damit umgehen.“ Die Vielfalt der Partnerdienste und die engagierten Akteure lässt Hinse zuversichtlich auf den Start des AG WACH blicken. „Es ist eine schlagkräftige Truppe aus unterschiedlichen Bereichen.“

Sabine Schuldt, die im Asklepios-Stadtkrankenhaus für Patienten und deren Angehörige Hilfsangebote für einen reibungslosen Übergang von der Klinik in die eigenen vier Wände schnürt, begrüßt das Bündnis. „Es bietet die Möglichkeit, sich auszutauschen, Hilfe und umfassende Informationen zu erhalten.“ Oliver Degenhardt vom Betreuungs- und Pflegezentrum Waldeck verspricht sich von der „Bündelung von Kompetenzen“ viele Vorteile für Betroffene.

„Demenz ist immer ein Thema“, weiß Bettina Grieneisen von der Diakoniegesellschaft Waldeck-Frankenberg aus ihrer täglichen Arbeit. Das bestätigt auch Pflegebegleiterin Edith Dressler. Und auch die psychosoziale Beratungsstelle des Treffpunkt-Vereins wird immer wieder mit Fragen von Angehörigen konfrontiert, bescheinigt Elke Willenbacher.

Angehörige entlasten, das ist laut Maddalena Schützenmeister vom Mehrgenerationenhaus „Alte Schule“ ein Ziel der gemeinsamen Arbeit im Netzwerk. Auch Freizeitangebote und Selbsthilfegruppen seien wesentliche Elemente. „Man muss auch miteinander lachen können.“

Die AG WACH ist aus Sicht von Andreas Mardorf vom Pflegeheim Christkönig in der alternden Bevölkerung zunehmend wichtiger. „Wir nehmen eine gesellschaftliche Verantwortung wahr - das Thema muss enttabuisiert werden.“

Anlaufstelle für Betroffene ist die Stadtverwaltung. Über das Netzwerk und seine Angebote informiert ein Faltblatt. „Anregungen zu unserer Arbeit und Ergänzungen werden jederzeit gern entgegengenommen“, freut sich Lambertz auf Resonanz.

Kontakt: Renate Hinse, Tel. 05621/­701350, Mail: Renate.Hinse@bad-wildungen.de; Annette Lambertz, Tel. 701352, Annette.Lambertz@bad-wildungen.de. Sprechzeiten: montags bis mittwochs von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. Hausbesuche sind möglich.

Zahlen und Fakten: WACH im Ruhestand

„WACH“ ist ein Bündnis von Fachleuten, das in besonderen Lebenssituationen Information und Hilfestellung bietet. Das Netzwerk will auf einen normalen und positiven Umgang mit den Themen Pflege, Älterwerden und Demenz hinarbeiten und sich nach seinen Möglichkeiten einbringen. Unterschiedliche Partnerdienste und -einrichtungen sollen Ängste nehmen und einen Bewusstseinswandel herbeiführen. WACH berät zu allen Aspekten von Alter, Pflege, Behinderung, Inklusion und staatlichen Hilfen, vermittelt Fachdienste, Einrichtungen, Beratungsstellen, ehrenamtliche Hilfen, Pflegebegleiter, haushaltsnahe Dienstleistungen. Rat und Hilfe gibt es unter anderem zu amtlichen Betreuungen, staatlichen Leistungen, Krisenintervention, Alltagsbetreuung, Hausnotruf, Menüservice, Kurzzeit- und Verhinderungspflege, Demenzwohngruppen. In dem Netzwerk, das durch die Bundesprogramme Lokale Allianz für Menschen mit Demenz und Aktionsprogramm Mehrgenerationenhaus gefördert wird, sind vertreten: Pflegeheime Christkönig und Waldeck, Asklepios-Stadtklinik, Begleitung von pflegenden Angehörigen, Deutsches Rotes Kreuz Bad Wildungen, Diakoniegesellschaft Waldeck-Frankenberg, Kreisverband der Treffpunkte in Bad Wildungen, Mehrgenerationenhaus, Stadt Bad Wildungen.

Von Conny Höhne

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