Jedes Jahr 7 Millionen Euro:

Keine Kommune in Hessen gibt mehr für die Kur aus als Bad Wildungen

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Bad Wildungen weist ein besonderes Profil auf, nicht nur bei der Skulptur hinter der Wandelhalle, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Keine andere hessische Kommune gibt jedes Jahr so viel Geld für die Kur aus, vom Marketing bis zur Unterhaltung der Parks und Anlagen.

Bad Wildungen. Kurz und knapp räumt der hessische Rechnungshof ein: Er hat keine Idee, wie die Stadt Bad Wildungen das große Feld „Kur“ wirtschaftlicher organisieren könnte, als es augenblicklich der Fall ist.

Die Prüfer stellten die Ergebnisse ihres Vergleichs mit 14 anderen Kurorten des Landes im Finanzausschuss vor.

Mit dem Personalaufwand im Staatsbad und im Marketing liegt Bad Wildungen im Vergleich der untersuchten Kurorte im unteren Kostenbereich, bezogen auf die Zahl der Übernachtungen. Gleiches gelte für die Kosten der verlustreichen Einrichtungen wie der Kurparks oder der Wandelhallen. Bei den Einnahmen wie der Kurtaxe bewege sich Bad Wildungen dagegen im Vergleich im oberen Feld und müsse sich selbst vor Willingen nicht verstecken.

Dennoch sieht Dr. Ulrich Keilmann vom Rechnungshof in Details Möglichkeiten, das Finanzergebnis zu verbessern: Der Verkauf des leer stehenden Kurhauses, das trotz Schließung jährlich mehr als 200 000 Euro kostet, zählt zu den Chancen. 

Soll und will die Stadt auf Dauer außerdem zwei Wandelhallen selbst unterhalten und betreiben? Muss der Kurpark der größte Europas bleiben? All diese Fragen stellen sich, sobald die Haushaltslage konjunkturbedingt in Zukunft schlechter werden sollte. 

Denn: In absoluten Zahlen und ohne die Relation zu den Übernachtungen bekleidet Bad Wildungen mit 7 Millionen Euro Aufwand für das Feld „Kur“ die Position des einsamen Spitzenreiters in Hessen. Was Walter Mombrei (SPD) verleitete, sich selbst zu zitieren mit dem „Danaer-Geschenk“, das Bad Wildungen in Gestalt des Staatsbades seinerzeit vom Land erhalten habe.

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