Zweiter Hubschraubereinsatz zur Rettung der bedrohten Pfingstnelke im Nationalpark Kellerwald-Edersee

300 Kiefern fliegen zum Häcksler

Edersee - Am Bloßenberg über der Banfebucht ist im Spätherbst ein zweiter Hubschraubereinsatz zur Rettung der bedrohten Pfingstnelke im Nationalpark Kellerwald-Edersee vorgesehen.

An dem Steilhang existieren die bedeutendsten Pfingstnelkenbestände in ganz Hessen, erläutert Achim Frede, Sachgebietsleiter für Forschung, Naturschutz und Planung im Nationalparkamt. Über 900 Polster dieser genügsamen Pflanze mit den zartvioletten Blüten wurden an den steilen Ederseehängen gezählt.

Kiefern, die vor 100 Jahren an den trocken-warmen Felshängen oberhalb der Eder gepflanzt wurden, drohen das botanische Kleinod zu ersticken. „Eichen und Krüppelbuchen sind verträglich, weil das Laub im Winter weggepustet wird“, erläutert Frede. Nicht aber die Nadeln der Kiefern. Sie bleiben auf den Pflanzen liegen, verkeilen sich ineinander und trotzen Wind und Regen. Sie nehmen der Urmutter der Gartenblume Luft und Licht. Rund 300 Kiefern wurden bei einem ersten 50 000 Euro teuren Hubschraubereinsatz im Januar 2011 am Bloßenberg entnommen. „Dabei haben wir nur die Hälfte geschafft“, sagt Frede. Im Spätherbst sollen noch einmal 300 Kiefern an dem Steilhang gefällt und mit Helikoptern durch die Luft abtransportiert werden. Etwa drei bis vier Tage sind dafür eingeplant.

Hilfe kommt vom Boden und aus der Luft. Spezialisierte Fachkräfte – Seilkletterer – und ein Hubschrauberpilot mit seiner Maschine schneiden die unerwünschten Koniferen Stück für Stück ab und fliegen sie aus, wo der Häcksler auf sie wartet. 1000 bis 1500 Kilogramm wiegt jeder Abschnitt. „Ohne Hubschrauber wäre das eine dreiwöchige Aktion mit Spezialgeräten und Kran mit wesentlich mehr Kosten“, versichert Frede. (höh)

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