Bad Wildungen

„Kosten sind nicht einzuspielen“

- Bad Wildungen (szl). Die Sänger der Musikwerkstatt mit Leiter Werner A. Friedrich waren – so wie Instrumentalisten und Solisten – glücklich über die gelungene Aufführung der Kantate „Auf Goldgrund“ in der Stadtkirche.

Trotzdem bleibt ein dicker Wermutstropfen, war es doch wahrscheinlich die letzte Aufführung des eindrucksvollen Werkes um die Bilder im „Conrad-von-Soest-Altar“ der Stadtkirche. Friedrich: „Trotz minimaler Gage für die Künstler aus Süddeutschland und dem Ruhrgebiet sind die Kosten für eine Aufführung offensichtlich nicht mehr einzuspielen“ – zumal, wenn bei 10 Euro Eintritt weniger als 100 Zuhörer kommen. Die Besucher erlebten schon mit der Ouvertüre „Ein Buch sei nunmehr aufgeschlagen …“ vor der schon zuvor besungenen „Alltagsseite“ des Altarbildes mit den vier Heiligenfiguren einen blendenden Beginn vor dem wieder in seinem „Goldglanz“ strahlenden Altarbild. Auf Großleinwand wurden Bilder des Kasseler Fotografen Gerhard Jost gezeigt. So wurden die Geschichten um das Leben Jesu während der Musik doppelt lebendig: auf dem Weltkunstwerk, dem berühmten Altar, und per Projektion. Es entstand ein akustisch, optisch und emotional bewegender Klangbilderbogen. Komponist Robert Haas spielte am Piano seine Musik im Stil neuer deutscher Kirchenmusik zu den von Hermann Eimüller geschriebenen Texten. Mit dabei: Peter Decker (Gitarre), Tiny Schmauch (Bass), Sebastian Kern (Schlagzeug), Markus Kerber (Klarinette, Querflöte, Saxophon). Sopranistin Felicia Friedrich, eng mit der Stadtkirche verbunden, sang zutiefst beseelt die Geschichte Jesu. Nach herzlichem Beifall verließen die Besucher ergriffen die Kirche. „Eigentlich sollte ‚Auf Goldgrund‘ jedes Jahr in der Karwoche aufgeführt werden“, meinte eine 
Zuhörerin, „wird doch darin auf ganz besondere Art der berühmte Altar gefeiert und geehrt.“ Gut, dass inzwischen eine CD-Einspielung vorliegt.

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