Spaß und Spitzensport bei den Highland Games in Netze

Kraft allein reicht nicht

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Ganz schön schwer und unhandlich: Katharina Finger versucht sich am 65-Kilo-Stein.

Waldeck-Netze - Starke Kerle in Schottenröcken ließen bei den „Highland Games“ am Pfannkuchenhaus ihre Muskeln spielen. Bei Steinstoßen, Hufeisenwurf und Timberwalk gelangen auch einigen mutigen Teilnehmerinnen mit Kraft, Ausdauer und Technik Höchstleistungen in den ungewöhnlichen Disziplinen.

Einen Felsbrocken auf einen Baumstamm hochwuchten - das sieht auf den ersten Blick gar nicht so kompliziert aus. Eine junge Krefelderin müht sich mit dem 45-Kilo-Brocken ab, dreht und wendet ihn für die richtige Position. „Ganz schön schwierig“, stöhnt sie unter ihrer Last. Die Korbacherin Katharina Finger hat den Bogen raus. Gleich im ersten Anlauf reißt sie den Stein hoch. Dann ist das 65 Kilo schwere Gewicht an der Reihe. „Puuhh..“ Greifen, heben und hoch - die 20-Jährige ist voll konzentriert. Pech: Im dritten Versuch scheitert sie an zwei Zentimetern. Zufrieden ist sie trotzdem: „Ich mache das erste Mal mit, und es hat mir super gefallen.“

Im Feld der Amateure traten am Samstag vor allem heimische Mannschaften zum schottischen Nationalsport an. Bei Gewichtweit- und -hochwurf legen sich die Wettkämpfer mächtig ins Zeug, beim Baumstammziehen und Baumstammslalom ist Teamarbeit gefragt.

„Waschbärbäuche“ landen Favoritensieg

Am Ende siegten „Die geplanten Spontanen“ in der Klasse der Frauen. Bei den Herren-Amateurteams hatten zwei Mannschaften der Netzer „Waschbärbäuche“ die Nase vorn, die ihrer Favoritenrolle einmal mehr gerecht wurden. Auf Platz drei landete das Zuschauerteam „Mixed Minions“.

Alexander Dißel vom Clan Ironforge, der für die sportliche Leitung verantwortlich zeichnete, überwachte mit kritischem Blick die Wettkämpfer. Dißel hat 2008 durch einen Tipp in seinem Fitnessstudio erstmals an „Highland Games“ teilgenommen und gleich Feuer gefangen. Seine Lieblingsdisziplin ist Steinheben, sagt der 34-Jährige, der als Qualitätsmanagementbeauftragter arbeitet. „Mein bestes Resultat waren 110 Kilo.“ Auch das Steinschleudern liegt dem Mann aus Hamm. Das 12,7 Kilo schwere Gewicht stößt er 20 Meter weit.

Im Kreis anderer Spitzensportler tourt Dißel zu Wettkämpfen durch ganz Europa. „Das Familiäre dabei macht besonderen Spaß“, sagt er. „Wir geben uns auch mitten im Wettbewerb Tipps - das gibt es bei anderen Athleten selten.“ In Netze, wo er in der Klasse der Profis startete, musste er anderen jedoch den Vortritt lassen.

Bei den Herren-Teams Profis siegten die Schwerathleten aus Geseke vor der Mannschaft „Spleen Mix“. Die Wertung der Einzelstarter bei den Profis „Highland Games“ gewann Benedikt Tillemans (Nettetal) vor Torsten Hülsemann (Barsinghausen) und Stefan Krämer (Köln). Masters Highland Games (Athleten über 40): Andreas Deuschle (Nürtingen) vor Jens Schwan (Hamm), Markus Komischke (Köln). Profi Highland Games Damen: Michaela Pennekamp (Nettetal) vor Raffaela Büscher (Krefeld), Petra Müller (Ossweil).

Perry Förster und sein Team vom Pfannkuchenhaus umrahmten die Veranstaltung mit einem abwechslungsreichen Programm, darunter Partynächte, Kinder-Games und eine Hütehunde-Show. Außerdem traten die Profis wieder zum Tauziehen gegen einen Kaltblüter an.

Von Conny Höhne

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