Bei Highland Games messen auch Profis ihre Kräfte

Kraftpakete im Schottenrock

Netze - Eine Brise rauer schottischer Hochlandluft wehte über die Netzer Hügel. Bärenstarke Kerle in Schottenröcken maßen bei den fünften Highland-Games ihre Kräfte.

Erstmals traten auch die Profis zum Kräftemessen an. Dank Perry Förster vom Pfannkuchenhaus mit seinem Team und den Mitgliedern des Clan Ironforge aus Kamen wurden die deutschen Meisterschaften im Waldecker Land ausgetragen. Eine beeindruckende Kulisse, vielgelobte perfekte Organisation und nicht zuletzt das ansprechende Rahmenprogramm machten die Netzer Highland Games zu einem grandiosen Erlebnis für Sportler und Besucher. Zum Auftakt ging es bei den kleinsten Besuchern vor allem um den Spaß am schottischen Spiel. Als dann die starken Kerle zum Baumstammüberschlag oder Steinwurf antraten, wurde der Unterschied zwischen purer Gaudi und professionell betriebenem Sport deutlich. 13 Amateur- und Profimannschafte, darunter 3 Damenteams und 3 Teams aus Netze kämpften in 11 unterschiedlichen Disziplinen. Bei Strohsackhochwurf, Steinstoßen, Baumstammwerfen oder Tauziehen mit blanken Füßen sammelten sie wertvolle Punkte für den Highland-Sieg. Bei den Damen sicherten sich schließlich die Nettetaler Stoneheads und bei den Männern die Raunheimer Nic Williams den Meistertitel. Die Masters (Profis) zeigten, wie spektakulär eine deutsche Highland-Game-Meisterschaft sein kann. Bei schweren Sportgeräten ließen sie, begleitet von markerschütternden Schreien, ihre Muskeln spielen. Da staunten die Schaulustigen. Besonders wenn der Bundesvorsitzende der Deutschen Highland Games Vereinigung, Jürgen Stickelbrock, die Sportgeräte zum Test ins Publikum reichte. „Die kann man ja kaum anheben, und schon gar nicht werfen“, sagte ein Besucher beeindruckt. Die durchtrainierten Kämpfer bewegten anscheinend mühelos die Gewichte. Besonders die mehrmaligen deutschen Meister Andi Deutschle und Michaela Pennekamp, die sich auch diesmal den Titel sicherten, zeigten Highland-Sport auf höchstem Niveau. So wuchtete der 140 Kilogramm schwere Bademeister aus Nürtingen ein 19-Kilo-Eisengewicht aus dem Stand über eine Höhe von 5,50Meter, und verbesserte damit seinen eigenen deutschen Rekord im „Weight for Height“. Zuvor hatte der 46-jährige der täglich mindestens zwei Stunden trainiert, schon einen unförmigen Zehn-Kilo-Stein am weitesten gestoßen und beim Hammerwurf (10-Kilo-Kugel mit 1,27 Meter langem Stiel) ein tiefes Einschlagloch gerissen. Deutschles unbändige Kraft spürte auch Kurt Hofmann aus Landau. Der Zuschauer wollte dem Sieger gratulieren und wurde kurzerhand unter tosenden Applaus wie eine Feder durch die Luft geschleudert. Der ehemalige Weltklasse-Kugelstoßer reist demnächst für einige Wochen nach Irland, wo er an zwei Einladungswettkämpfen teilnimmt, und dann bei der Weltmeisterschaft antritt. Bei den Junioren stellte sich nur der 15-jährige Leon Schwan dem Wettbewerb. Mit sehr guten Leistungen bewies er aber, dass er ein würdiger deutscher Juniorenmeister ist. Die Green Pipers und The First Guards of St. Kilian umrahmten die Games mit Dudelsackmusik. Ein Kräftemessen der besonderen Art war das Tauziehen zwischen Mensch und Pferd. „Epos vom Mariental“, ein Kaltblüter im Besitz der Netzer Familie Rausch, lehrte kräftigen Kerlen das Fürchten. Dem Vierbeiner mit einer Tonne Lebendgewicht konnten zehn Freiwillige nicht Paroli bieten. Erst bei 15 Menschen am Tau wendete sich das Blatt.Nach der Siegerehrung zeigte sich Perry Förster rundum zufrieden: „Viele Helfer, tolle Sportler und ein begeistertes Publikum, da freue ich mich schon aufs nächste Jahr.“ Von Tina Fischer

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