Stadtverordnete billigen Mehrausgabe einstimmig

Neues Blockheizkraftwerk für Wildunger Wandelhalle zahlt sich schnell aus

+
Wärme und Elektrizität: Um beides in der Wandelhalle bereit zu stellen, zahlt die Stadt zur Zeit 100000 Euro jährlich. Nach dem Einbau eines Blockheizkraftwerkes sinkt dieser Kostenfaktor um 88 Prozent auf noch 12000 Euro.

Die Wildunger Wandelhalle erhält ein eigenes Blockheizkraftwerk. So versorgt sich das Kur-Wahrzeichen künftig preisgünstig und Energie sparend selbst mit Wärme und Elektrizität.

  • Bad Wildungen schafft für seine Wandelhalle ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zum Preis von 900 000 Euro an
  • Es versorgt die Wildunger Wandelhalle künftig mit Strom und Wärme
  • Knapp 800 000 Euro Zuschuss für das BHKW erhält die Stadt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • Die Energiekosten für die Wandelhalle sinken mit dem BHKW von 100 000 auf 12 000 Euro pro Jahr

Bad Wildungen – Allerdings wird das BHKW 100 000 Euro teurer als zuletzt veranschlagt: insgesamt 900 000 Euro.

„Da kommen einem die Tränen“, meinte CDU-Fraktionschef Marc Vaupel in der Stadtverordnetenversammlung. Dort bat die Verwaltung gemäß Haushaltsrecht um die Erlaubnis für die Mehrausgabe.

„2016 sollte das Blockheizkraftwerk bei einer Leistung von 35 kw noch 540 000 Euro kosten“, erinnerte Vaupel. 486 000 Euro als Zuschuss von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sollte es demzufolge geben. Für den Rest hätte das Land Hessen ein zinsgünstiges Darlehn gewährt.

Doch nach und nach kletterte die veranschlagte Investitionssumme. Das geplante BHKW weist inzwischen eine verdoppelte Leistung von 70 kw aus.

„Warum ist die gewählte Leistung doppelt so hoch wie ursprünglich geplant und was zahlt die Stadt am Ende?“, fragte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Bauamtsleiter Klaus Weidner beruhigte: Bei den 35 kw habe es sich um eine grobe Schätzung gehandelt, keine exakte Planung.

Energiekosten für Wildunger Wandelhalle sinken um 88 Prozent

Von den 900 000 Euro Investition würden 760 000 Euro aus dem Zuschuss der KfW finanziert. Für 84 000 Euro erhalte die Stadt das Darlehn vom Land. Den Rest müsse man selbst tragen. Viel entscheidender sei, wie rasch sich die Anschaffung für die Stadt rechne:

„Unsere Energiekosten für die Wandelhalle sinken von 100 000 Euro auf 12 000 Euro jährlich“, verkündete Klaus Weidner. Damit schreibe man mit dem BHKW „nach exakt 2,79 Jahren schwarze Zahlen.“

Diese Rechnung überzeugte die Stadtverordneten. Einstimmig billigten sie die 100 000 Euro mehr für den Kauf des Kraftwerks. Die Zeit drängte, weil bald die gesetzte Frist für die beantragte KfW-Förderung ausläuft

Kritik wurde trotz der Finanzvorteile von mehreren Fraktionen laut, weil die Angaben Weidners nicht schon Bestandteil des Papiers waren, mit dem der Magistrat schriftlich das Geld im Parlament beantragte. Generell verlangten etliche Abgeordnete detailliertere Angaben in diesen so genannten „Beschlussvorlagen“ für die Stadtverordnetenversammlung. Dann erspare man sich manche Nachfrage und Diskussion, hieß es.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare