Bad Wildungen

Der Kreisel ist keine Supermarktkasse

+

- Bad Wildungen (su). Gezeigte Vögel in Scharen, wüsteste Beschimpfungen hinter Windschutzscheiben – wer derzeit den Eselspfad hinunter auf der linken Spur Richtung Wäschebachkreisel fährt, der lebt nicht ungefährlich.

Denn er kann nicht wissen, ob er beim Versuch des Einscherens kurz vorm Kreisel nicht von einem Wütenden auf der rechten Spur zur Seite gerammt wird. Dann wäre der Gerammte selbst schuld, denken nicht wenige im Stillen. Es kann schließlich nicht angehen, dass sich alle brav und gesetzestreu rechts in der Spur anstellen und sich einige Unverschämte auf der linken Spur vordrängeln, glauben viele.

Ein Irrtum. Der vielleicht größte Verkehrsirrtum der Wildunger Autofahrer in diesen Tagen, denn der Wäschebachkreisel ist keine Supermarktkasse. Darauf hat Bürgermeister Volker Zimmermann in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend beinah flehentlich hingewiesen: „In solchen Situationen schreibt die Straßenverkehrsordnung vor, dass beide Spuren voll genutzt werden und sich der Verkehr, wo es einspurig weitergeht, im Reißverschlussverfahren einzufädeln hat.“

Die Wildunger Polizei bestätigt das aus tiefstem Herzen. „Das ist vorgeschrieben und es wäre schön, wenn sich alle daran hielten“, bestätigt ein Polizeibeamter mit einem Stoßseufzer den Bürgermeister und setzt den Hinweis hinzu: „Wer jemanden von links nicht hineinlässt, riskiert ein Bußgeld von 20 Euro.“ „Würde es mit dem Reißverschluss klappen, wären die Staus zur Hauptverkehrszeit auch nicht so lang wie zurzeit“, ist Zimmermann überzeugt.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Donnerstag, 13. Oktober

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare