Odershausen

Kreiserntedankfest mit Rückblick, Festrede und Ehrung der neuen Landwirte

- Bad Wildungen-Odershausen (apa). Das Jahr 2010 war bisher kein leichtes für die heimischen Landwirte: erst ein langer, schneereicher und kalter Winter, Trockenheit im Frühsommer und dann eine kurze und heftige Hitzeperiode. Und gerade als die Bauern dachten, die diesjährige Ernte könnte noch richtig erfolgreich werden, kam der Regen - und blieb wochenlang, so dass das Getreide teilweise am Halm keimte und einige Felder überhaupt nicht abgeerntet wurden.

Diese Entwicklung stand im Mittelpunkt des diesjährigen Kreiserntedankfestes in Odershausen, zu dem der Waldecker Kreisbauernverband gemeinsam mit den Bezirkslandfrauen, der Kreislandjugend und der Landseniorenvereinigung eingeladen hatte. Rund 250 Landwirte und Vertreter ihrer Geschäftspartner waren ins Schützenhaus gekommen.

Den diesjährigen Festvortrag hielt Landrat Dr. Reinhard Kubat. Immer öfter werde in Frage gestellt, ob das Erntedankfest noch wichtig sei oder nur noch reine Nostalgie. Auch in Gesprächen mit Jugendlichen werde ihm immer wieder bewusst, wie weit sich der Mensch von seinem Ursprung entfernt habe und dass er „dem, was man konsumiert, keine Achtung mehr entgegenbringt“. Doch das Erntedankfest sei notwendig und zwingend, sagte Kubat: „Wir müssen uns bewusst machen, welche Arbeit hinter einem Produkt steht und wir müssen wieder lernen, dankbar zu sein“. Kubat erinnerte an den Klimawandel, der „vom Menschen ausgelöst wurde und sich verselbständigt hat“ und nun den Menschen vor die Wahl stelle, sich der Natur wieder anzupassen oder sich selbst langfristig die Lebensgrundlage zu ent­ziehen.

Heinz Brühmann, Vorsitzender der Kreisbauernverbands, hatte die Landwirte und die zahlreichen Ehrengäste, darunter Fürst Waldeck als Ehrenpräsident der hessischen Waldbesitzer, die Bezirksvorsitzende der Landfrauen Elke Jäger und den Vorsitzenden der Landsenioren Karl Schmidt, begrüßt. Kreislandwirt Fritz Schäfer sprach die Prognosen der Europäischen Union an, die bereits im Februar getroffen worden waren und einen Ernteertrag zehn Prozent über dem Vorjahreswert vorausgesagt hatten. „Ich weiß nicht, woher die Politiker diese Erkenntnisse haben“, sagte Schäfer kopfschüttelnd.

Die heimischen Landwirte nutzten das Kreiserntedankfest, um die nächste Generation im Berufsstand zu begrüßen: Zwölf Landwirte und drei Agrartechniker haben ihre Prüfungen bestanden. Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Dr. Christoph Nüsse wünschte ihnen das notwendige Selbstvertrauen und die Kraft für den Beruf.

Das Rahmenprogramm gestalteten der Männergesangverein aus Odershausen und zwei Kinder- und Jugendtanzgruppen, sowie die Wirmighausener Landjugend. Das Erntedankfest hatte mit einem Gottesdienst mit Pfarrer Andreas Schütz begonnen, der umrahmt wurde vom Gemischten Chor und der Flötengruppe sowie vom Posaunenchor Odershausen, unterstützt von Musikern der Freien Evangelischen Gemeinde aus Braunau, Gellershausen und Bad Zwesten.

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