Förderbescheid übergeben:

Neues Hundsdorfer Museum "Forsthaus im Kellerwald" erzählt Waldgeschichte(n)

Ortstermin am Forstmuseum: (von links) Bürgermeister Ralf Gutheil (Bad Wildungen), Robert Ulrich vom Verein für Forst- und Regionalgeschichte, dessen Schatzmeisterin Tanja Schaumburg, dahinter Regionalmanagerin Lisa Küpper, Vorstandsmitglied Werner Leyh, Vorsitzender Horst Reis, Dr. Heinrich Berthold, Irmhild Weber vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung und der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede, Vorsitzender der Region Kellerwald-Edersee.
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Ortstermin am Forstmuseum: (von links) Bürgermeister Ralf Gutheil (Bad Wildungen), Robert Ulrich vom Verein für Forst- und Regionalgeschichte, dessen Schatzmeisterin Tanja Schaumburg, dahinter Regionalmanagerin Lisa Küpper, Vorstandsmitglied Werner Leyh, Vorsitzender Horst Reis, Dr. Heinrich Berthold, Irmhild Weber vom Fachdienst Dor f- und Regionalentwicklung und der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede, Vorsitzender der Region Kellerwald-Edersee.

In der früheren Revierförsterei Hundsdorf will der „Verein für Forst und Regionalgeschichte im Kellerwald“ ein kleines Forstmuseum mit dem Titel „Forsthaus im Kellerwald“ einrichten.

Die Finanzierung steht. Eventuell schon ab Mai 2020 öffnet die Einrichtung ihre Pforten für Besucher.

Die Geschichte des "Forsthauses im Kellerwald"

Das etwa 1660 vermutlich vom damaligen Grafen Josias II als Wirts- und Zollhaus gebaute Haus blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde es als Ober- und Revierförsterei genutzt. Heute ist es in Privatbesitz der Brüder Dr. Heinrich Berthold und Herbert Berthold, die das Obergeschoss inzwischen hergerichtet haben und wieder vermieten wollen.

Die Forschung zur Forstgeschichte

Dr. Heinrich Berthold hat sich intensiv mit der Waldgeschichte der Kellerwaldregion beschäftigt, Unterlagen der alten Revierförsterei gesichtet, Zeitzeugen befragt und im Staatsarchiv Marburg geforscht. Und als vor einiger Zeit das Forsthaus Hüddingen an Privat verkauft wurde, konnte der Verein viele alte Unterlagen übernehmen“

All seine erarbeiteten Ergebnisse möchte Dr. Berthold nun in einer Dauerausstellung umsetzen. „Wir sind relativ weit in der Forschung“, berichtete er. 

Dankbar zeigte er sich für Einsatz vieler zur Umsetzung des Projektes, für das nun auch mit Umbauten im Erdgeschoss und den Neubau einer öffentlich zugänglichen Sanitäranlage die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden können.

"Forsthaus im Kellerwald" als lebendiges Museum

Die Idee eines Forstmuseums in Untergeschoss und Scheunenanbau reicht bis in die 90er Jahre zurück. 2014 gründete sich der gemeinnützige Verein für Forst- und Regionalgeschichte im Kellerwald mit dem Ziel, das historische Forsthaus in Hundsdorf zu neuem Leben zu erwecken. 

Gedacht ist aber nicht an ein Museum im herkömmlichen Sinn. „Wir wollen etwas Lebendiges“, sagte Vorsitzender Horst Reis.

Das alte Forsthaus soll als „Fenster zum Kellerwald“ ein attraktiver Begegnungsort und Treffpunkt für Interessenten an der Geschichte der Kulturlandschaft der Walddörfer werden. 

Es soll Raum für Vorträge, Ausstellungen und regelmäßige Diskussionsrunden bieten und Ausgangspunkt für Wanderungen sein.

Der letzte Baustein der Museumslandschaft Kellerwald

Björn Brede, Vorsitzender der Region Kellerwald-Edersee – kurz Kellerwaldvereins – beglückwünschte alle Akteure zu diesem „tollen Projekt.“ Es werde mit großer Leidenschaft vor Ort umgesetzt.

Auch der Bad Wildunger Bürgermeister Ralf Gutheil sprach von einem erfreulichen Enthusiasmus in der Dorfgemeinschaft. Trotz langer Planungsphase seien die Hundsdorfer bei der Stange geblieben.

Irmhild Weber vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung bezeichnete das Projekt als weiteren, noch fehlenden Baustein in der Museumslandschaft der Region. Auch im Zeitalter der Digitalisierung seien die Menschen daran interessiert, etwas vor Ort zu erleben und anzufassen.

Ideale Verkehrslage für Hundsdorfer Forstmuseum

Dazu hat der Museumsstandort die ideale Lage mitten im Kellerwald und vor den Toren Bad Wildungens mit guter Busanbindung. „Wir wollen unsere Grenzbegänge wieder aufleben lassen und haben Kontakt mit den Kliniken in Bad Wildungen aufgenommen“, sagt Horst Reis. Denn gerade auch die Patienten suchten die Natur.

HINTERGRUND

Das Projekt ist mit Gesamtkosten von rund 72.000 Euro veranschlagt. Zu den förderfähigen Kosten von rund 61.000 Euro fließt aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union ein Zuschuss von mehr als 33.000 Euro. Darin enthalten ist ein Zuschuss aus 2016/17 über rund 8500 Euro für eine Machbarkeitsstudie. 

Irmhild Weber von Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises überbrachte die Zusage gemeinsam mit der Regionalmanagerin der Region Kellerwald-Edersee Lisa Küpper . Bei der Finanzierung ist auch die Stadt Bad Wildungen mit im Boot. Sie fördert das Projekt mit 10.000 Euro. Alles, was machbar ist, wollen die Hundsdorfer in Eigenleistung umsetzen.

-sch-

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